Neuer FC Bayern-Boss gibt Ziel aus

Kahn will „Weltklasse“ – nicht mehr, nicht weniger

05. Juli 2021 - 21:10 Uhr

Beim FCB und BVB weht neuer Wind

Bei Bayern München hat eine neue Zeitrechnung begonnen - mit 150 Millionen Euro Umsatzverlust, aber den gleichen Ambitionen. Für Oliver Kahn, der zusammen mit Herbert Hainer eine neue Ära prägen soll, wird dies eine große Herausforderung. Doch auch in Dortmund beginnt ein neues Kapitel: "Man spürt extrem, wie viel Lust er auf die Mannschaft und den Verein hat", verrät Julian Brandt über seinen neuen Trainer Marco Rose. Wie der Auftakt beim FCB und BVB verlief und welches Ziel Kahn für die Bayern vorgibt, zeigen wir oben im Video.

Kahn mit großen Erwartungen an Julian Nagelsmann

Man müsse, sagte Oliver Kahn bei seiner ersten "Regierungserklärung" als Vorstandschef, "aus dem FC Bayern nichts ganz Neues machen. Man muss nicht alles umwerfen". Schon gar nicht die üblichen Ziele, auch wenn durch Corona satte 150 Millionen Euro in der Kasse der Münchner fehlen.

Kahn machte am Montag gleich Druck auf den neuen Trainer Julian Nagelsmann. "Beim FC Bayern muss der Erfolg sehr, sehr schnell kommen, das ist kein Geheimnis. Wir haben mit der zehnten Meisterschaft in Folge und in der Champions League Großes vor", betonte der 52-Jährige.

Die Bayern, ergänzte der frühere Weltklassekeeper, seien "sehr gefräßig, was Titel anbelangt." Deshalb sei er auch "überzeugt, dass wir mit Julian Nagelsmann den richtigen Trainer haben und mit ihm eine neue Ära angehen können. Er ist jung und enorm ehrgeizig".

 Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor dem UEFA Champions League Spiel RB Leipzig gegen Manchester United, ManU / 07.12.2020, Red Bull Akademie in Leipzig. PK RB Leipzig *** Leipzig coach Julian Nagelsmann at the press confer
Julian Nagelsmann
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"Weltklasse“ – nicht mehr und nicht weniger will man in München

Doch damit nicht genug. Der 33-Jährige solle, so Kahn, "jüngere Spieler entwickeln und Spieler nach vorne bringen, die wir bis jetzt nicht so am Schirm haben". Kurzum: Das Ziel sei weiterhin "absoluter Weltklassefußball".

Allerdings mit anderen Vorzeichen. Die Pandemie hat auch dem Branchenkrösus viel Geld gekostet. Doch, und das unterstrich Präsident Herbert Hainer in aller Deutlichkeit: "Die Ambitionen sind nicht kleiner geworden."

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Kahn spricht von finanziellen Grenzen

Für den Erfolg beim Rekordmeister sind künftig aber nicht mehr Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge verantwortlich, sondern Kahn und Hainer. Es werde natürlich "Optimierungen" geben, Kahn sprach zudem von "Prozessen". Aber viel verändern wird sich wohl nicht, auch wenn das Zukunftsprojekt des FC Bayern den staatstragenden Namen "Ahead" (Voran) trägt.

Wirtschaftliche Kontinuität und sportlicher Erfolg sollen auch künftig Hand in Hand gehen. Man könne auch weiter "mit großer Vernunft großen Erfolg haben. Diesen Weg wird der FC Bayern weitergehen", versprach Kahn.

Es konnte auch als Warnung an die Stars bei künftigen Verhandlungen verstanden werden. "Bei uns gibt es eine Grenze, ganz klar definiert", sagte er in Richtung Leon Goretzka und Kingsley Coman, die gerade mit dem Club um eine Verlängerung feilschen. Der FC Bayern sei aber, sagte Kahn, "mit beiden Spielern in sehr, sehr guten Gesprächen, ich bin sehr optimistisch".

KANSAS CITY, MISSOURI - JULY 23: (EDITORS NOTE: A star effects camera filter was used for this image.)  Leon Goretzka of FC Bayern Muenchen is holds the Man of the Match award after the 2019 International Champions Cup match between FC Bayern and AC
Leon Goretzka
© Bongarts/Getty Images, Bongarts, XX

„Keine bessere Kombination“ als mit Kahn

Bei David Alaba waren die Münchner zuletzt hart geblieben. Der Österreicher spielt künftig bei Real Madrid, das deutlich mehr zahlt.

Doch finanzielle Nachteile werde man auch weiter mit "unserer unglaublich starken Erfolgskultur kompensieren. Die kann man nicht kopieren", betonte der neue Bayern-Boss. Der FC Bayern sei "sehr gut aufgestellt". Das gelte auch für Kahn, der seit 1. Juli an der Spitze der AG steht. "Er ist FC Bayern durch und durch, eine bessere Kombination können wir nicht finden", sagte Hainer und versprach: "Er hat als Torwart Geschichte geschrieben, und ich bin überzeugt, das wird er als Vorstandsvorsitzender auch tun."

Kahn tritt dabei als Rummenigge-Nachfolger in große Fußstapfen. Das wisse er, "aber man muss ja nicht unbedingt in diesen Fußstapfen laufen, man kann auch eigene Wege gehen". Mit den gleichen Zielen. (sid/ana)

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