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Familientag statt Muttertag: Warum Familien mehr Unterstützung brauchen

Familie zusammen im Bett
Wir brauchen keinen Muttertag, sondern mehr Rechte für Familien! © iStockphoto, Yaroslav Astakhov

Wollen wir Pralinen, Blumen oder Parfüm?

Am 14. Mai ist Muttertag. Ein einziges Mal im Jahr wird kurz daran gedacht, was die Mutter in der Familie täglich leistet. Aber wollen die Mütter 2017 wirklich Pralinen, Blumen oder Parfüm? Die Bewegung Aktion #muttertagswunsch hat ganz reale Forderungen: Eine gerechte Steuerklasse als Alleinerziehende, vernünftige und bezahlbare Kinderbetreuung auch für Kinder bis 14 Jahren und finanzielle und gesellschaftliche Anerkennung ihrer Erziehungsleistung.

Sechs Wünsche zum Muttertag

Von Jutta Rogge-Strang

In den Supermärkten häuft sich seit Wochen die Pralinenwerbung, die Blumenläden bereiten sich auf den Muttertag vor, Wellness-Angebote und Basteltipps überschwemmen das Email-Postfach. Während die Mutter reich beschenkt wird, dürfen die Väter am 25. Mai mit ihren Kumpels zum Vatertag öffentlich auf Sauftour gehen. Dieses uralte Rollenbild geht vielen so richtig auf die Nerven. Denn anstatt die Arbeit der Mütter realistisch zu unterstützen und attraktive Hilfsangebote anzubieten, werden sie mal wieder mit Krimskrams abgespeist.

Die Mitstreiterinnen der Aktion #muttertagswunsch haben ihre Wünsche in sechs Punkten zusammengefasst. Die wichtigsten Forderungen sind:

  • Steuergerechtigkeit für Familien, Familiensplitting statt Ehegattensplitting, Familie ist da wo Kinder sind, nicht wo ein Trauschein ist
  • gesellschaftliche Akzeptanz jeglicher Familienform, Respekt und Anerkennung der Erziehungsleistung, Wertschätzung und besonderer Schutz von Familien
  • vollwertige und unbegrenzte Anerkennung der Familienzeit bei den Rentenpunkten
  • ganz besondere Unterstützung Alleinerziehender im Steuerrecht und auf dem Arbeitsmarkt. Massive Senkung des Armutsrisikos Alleinerziehender, besonders auch im Alter
  • finanzielle Grundsicherung für Familien, voller Lohnausgleich bei Krankheit und Betreuungspflichten
  • kostenlose Krippen-Kita-Hortplätze, massive Verbesserung der Qualität in der Kinderbetreuung und der Schule, längere und flexiblere Betreuungszeiten, Betreuungsangebote (Mittagessen, Hausaufgaben, Ferien) auch für größere Kinder bis 16 Jahre
  • an die Arbeitgeber: mehr Flexibilität in der Arbeitszeit, Kündigungsschutz, Erleichterung beim Wechsel Vollzeit-/Teilzeit

Christine Finke von mama-arbeitet.de, Annette Loers von mutterseelesonnig.de sowie Moderatorin Lisa Ortgies, Julia Schmidt-Jortzig, Stephan Faber und Susanne Garsoffky von family unplugged sagen deutlich: "Kinder sind keine Privatsache, und Familien sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir retten jeden Tag die Welt, weil wir unseren Kindern schon beim Frühstück Demokratie erklären, beim Mittagessen gerechte Verteilung vorleben und beim Abendessen einen respektvollen und gewaltfreien Umgang miteinander üben.“ Und dabei ist es egal, in welcher Konstellation die Familie auftritt: "Familie ist da, wo mindestens ein Kind und ein Erwachsener ist."

Familientag statt Muttertag?

Erziehen, bilden und pflegen: Von Familien wird viel erwartet. Aber die Rahmenbedingungen machen es fast unmöglich, dieser Aufgabe gerecht zu werden. In belastenden Situation müssen Familien besser abgesichert werden. Denn finanzielle Nöte setzen Eltern unter Druck, insbesondere, wenn sie alleinerziehend sind. Ein weiterer Faktor ist eine zeitliche Entlastung. Wer zur Arbeit geht, kann sich nicht gleichzeitig um die Kinder kümmern. Und was passiert, wenn Eltern krank werden? Auch bezahlbare Wohnungen für Familien in einem attraktiven Umfeld müssen gewährleistet werden. Oder wäre eine 32-Stunden-Woche für beide Partner ein politischer Lösungsansatz?

Vielleicht sollte man aus dem Muttertag einen modernen Familientag machen. Damit klar wird: Nicht nur die Mutter leistet eine Wahnsinns-Arbeit, sondern jeder, der sich verantwortungsvoll um ein oder mehrere Kinder kümmert, verdient Respekt und Unterstützung. Denn die Kinder sind tatsächlich unsere Zukunft, auf ihren Schultern lastet die Verantwortung für unsere Gesellschaft von morgen. Und damit diese Kinder sich gut um uns und unsere Zukunft kümmern können, brauchen wir dringend attraktive Rahmenbedingungen, damit sie gut aufwachsen können. Denn diese Kinder entscheiden später, wie gut oder wie schlecht mit uns umgegangen wird. Nur aus mitfühlenden Kindern werden empathische Erwachsene.

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