Dennoch "lächerlich, wie gut er war"

Ex-Premier-League-Star rauchte 80 Zigaretten am Tag!

Tugay Kerimoglu
Rauchte als aktiver Profi knapp 80 Zigaretten am Tag: Tugay Kerimoğlu.
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Profis müssen sich heutzutage in der Regel an strengste Ernährungspläne halten. Partygänger, regelmäßige Alkoholtrinker und Kettenraucher sind von Trainern ganz und gar nicht gerne gesehen. Anders war das bei Tugay Kerimoğlu, der laut Ex-Mitspieler rund 80 Zigaretten am Tag rauchte. Auch in der Halbzeit zog sich der türkische Nationalspieler in der Regel eine durch – und das als Premier-League-Profi!

"Er ist nicht schnell, konnte keine langen Strecken laufen"

Ex-Kollege Craig Hignett plauderte nun im Podcast „Under The Cosh“ aus, wie gerne der 94-malige türkische Nationalspieler an den Kippen hing: „Er war dumm. Wenn man sich Tugay anschaut, dann raucht er wie ein Soldat – in der Halbzeit rauchte er – er ist nicht schnell, konnte keine langen Strecken laufen, konnte nicht köpfen - es gab eine Menge Dinge, die er nicht konnte“, sagte Hignett. „Ehrlich gesagt hat er bestimmt 80 am Tag geraucht.“

Kerimoğlu kickte von 2001 bis 2009 für die Blackburn Rovers in Englands höchster Spielklasse. Beachtlich dabei: Als defensiver Mittelfeldspieler hatte er nicht gerade die laufärmste Position inne. In insgesamt 233 Premier-League-Partien erzielte er zehn Tore und steuerte neun Assists bei. Auch in der türkischen Nationalmannschaft war der heute 52-Jährige eine feste Größe (94 Spiele). Hignett stand von 2000 bis 2003 bei Blackburn unter Vertrag.

Kerimoğlu punktete mit fußballerischer Qualität

Ein Laufwunder war der Türke also bekanntlich nicht – wen wundert’s? Dafür fiel er mit anderen Qualitäten auf, wie Hignett ausführte: „Er war verdammt genial. Es war lächerlich, wie gut er war. Sein Passspiel, so etwas habe ich noch nie gesehen. Seine Vision, sein Bewusstsein für die Leute um ihn herum, die Art und Weise, wie er den Ball steuert. Er war einfach… ich meine, er konnte in die eine Richtung schauen, du hast dich freigelaufen und er fand dich mit einem verrückten Hackentrick oder einem Pass entgegen der eigenen Laufrichtung. Es war unheimlich.“

Und was sagte Kerimoğlus damaliger Trainer, Graeme Souness, dazu? „Ich glaube, er hat ein Auge zugedrückt, aber man kann ihn dafür auch nicht verurteilen“, so Hignett. Was würden bloß Julian Nagelsmann, Pep Guardiola und Co dazu sagen?

Nicht auszumalen, was aus dem begnadeten Techniker geworden wäre, wenn er einen gesunden und professionellen Lebensstil geführt hätte. (tve)