Niemand will irgendwem etwas verbieten, aber...Doch, Jill! Deine Haare sind kulturelle Aneignung

Shitstorm wegen kultureller Aneignung! Diese Frisur ging wohl nach hinten los, Jill Lange
Shitstorm wegen kultureller Aneignung! Diese Frisur ging wohl nach hinten los, Jill Lange
Instagram;JillLange

Doch, liebe Jill. Deine Haare sind kulturelle Aneignung. Deal with it! Influencerin Jill Lange ist gerade auf einer Art „Selbstfindungsreise“ auf Bali. Dort entschied sich die 23-Jährige dann für eine neue Frisur: Braids sollten es sein! Doch anstatt Komplimente regnete es einen Shitstorm! Und im Gegensatz zu Jill, kann ich das verstehen. Ein Kommentar.

DAS sagt Jill Lange zu den Vorwürfen der kulturellen Aneignung

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Nachdem Jill Lange einen Shitstorm für ihre Haare bekam, schwieg sie. Doch jetzt meldet sich die 23-Jährige bei Instagram mit diesen Worten: „Der Vorwurf der ‚kulturellen Aneignung’ ist gefährlich! Er fördert rassistisches Denken durch die Hintertür. Kultur lebt von Austausch, Handel und Offenheit. Antirassismus kippt in Schubladendenken und Ghettoisierung. Es gibt so viele verschiedene Kulturen und wir können alle voneinander lernen und profitieren. Ich persönlich finde den Look einfach schön und trage es gerne. Lasst uns doch einfach das ‘Schöne’ teilen anstatt in allem etwas negatives zu suchen. Gerade wir in Deutschland leben multikulturell und ‘Kultur’ lebt von Austausch und Support. Lasst uns gegenseitig nicht anfeinden sondern alles gute miteinander teilen ohne das Gefühl zu haben, dass jemandem etwas weggenommen wird. Hört auf mit diesem unnötigen Machtgehabe. KULTURELLE ANEIGNUNG IST NICHT NEGATIV. Zumindest so lange nicht, bis keine Absicht der Diskriminierung hintersteckt. JUST SHARE LOVE AND HARMONY“ –diese Zeilen unterlegte sie mit dem Song „Where is the Love“ von „The Black Eyed Peas“ –ausgerechnet mit der Hymne der „Black Lives Matter“-Bewegung. Ob ihr das bewusst ist? Weiß ich nicht. Ob ich lieber eine Entschuldigung gelesen hätte? Definitiv!

Das Problem ist nicht, dass weiße Menschen Black Hairstyles tragen, sondern...

Auch unter diesem Post wird wieder wild diskutiert. Viele Fans halten zu der einstigen „Deutschland sucht den Superstar“-Kandidatin. Andere sind sich aber einig: „Oje ... da hat man sich kulturelle Aneignung aber echt schöngeredet“ oder „Du hast das Problem jetzt nicht wirklich verstanden“ – und das sehe ich genau so.

Denn: Das Problem ist nicht, dass weiße Menschen Black Hairstyles tragen, sondern die Tatsache, dass sie oftmals nicht wissen, was hinter jener Frisur steckt. Für viele weiße Frauen ist es lediglich ein Style. Aber Haare sind eben nicht immer nur ein Trend. Vor allem bei Braids, Cornrows, Locs & Co. steckt so viel mehr dahinter. Und wie so oft wird auch hier mit zweierlei Maß gemessen. Denn: Anstatt der Black Community für ebendiese Styles die verdiente Anerkennung zu geben, eignet sich Jill in diesem Fall die Zöpfe lieber selbst an. Sie findet sie halt „schön und trägt sie gerne“ – jo, das tun schwarze Frauen auch. Nur genießen sie eben nicht dieselben Privilegien wie weiße Frauen. Sie sind automatisch viel öfter Rassismus ausgesetzt, als Frauen, die glattes – ja gar blondes – Haar tragen. Jill eignet sich hier etwas an, ohne es zu hinterfragen, ohne den kulturellen Background anzuerkennen und ohne ihre privilegierte Perspektive zu bedenken. Und das ist problematisch. Einerseits sagt sie „Es gibt so viele verschiedene Kulturen und wir können alle voneinander lernen und profitieren“ und andererseits geht sie aber null auf die negativen Stimmen ein.

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Doch, du betreibst kulturelle Aneignung...

Ich sage nicht, dass man weißen Menschen irgendwelche Looks verbieten sollte. Und Jill auch nicht ihre Haare. Ich würde mir nur wünschen, dass Menschen sich mit dem historischen Hintergrund beschäftigen. Denn: Jill übernimmt hier einen Teil Schwarzer Kultur – einfach so. Und was sie dabei nicht beachtet, ist das Leid und die Unterdrückung, die ebendiese durchmachen mussten. Jill, deine Haare sind eine Übernahme weißer Menschen aus der afroamerikanischen Kultur. Also ja, du betreibst kulturelle Aneignung.