Besatzungen von zwölf Streifenwagen eilten ihrem Kollegen zur Hilfe

Er wollte nur einen Streit schlichten: Kinder greifen Polizisten in Hamburg an

"Polizei" steht auf der Uniform eines Polizisten. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild
"Polizei" steht auf der Uniform eines Polizisten. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

20. August 2021 - 17:42 Uhr

Tritte gegen den Kopf

In Hamburg haben mehrere Kinder einen Polizisten angegriffen. Dabei wollte er eigentlich nur einen Streit zwischen zwei Jungen schlichten. Die Schüler hätten ihn am Donnerstagnachmittag im Stadtteil Eimsbüttel gegen den Kopf getreten, teilte die Polizei mit.

Beamter trug einen Fahrradhelm

Der Beamte sei an dem Tag mit einem Fahrrad unterwegs gewesen, als sogenannter "Cop4U" sei er gezielt im schulischen Umfeld tätig. Als er einschritt und die beiden Streitenden trennte, habe ein 13-Jähriger eine Hand unter der Jacke verborgen und auf mehrfache Aufforderung nicht herausgeholt, so dass der Polizist davon ausgehen musste, dass der Junge bewaffnet sein könnte. Er brachte den 13-Jährigen gegen starken Widerstand zu Boden und wurde dann offenbar von zahlreichen weiteren Kindern und Jugendlichen bedrängt und angegriffen. Nach Angaben der Polizei blieben Tritte gegen den Kopf nur deswegen ohne Folgen, weil der Beamte einen Fahrradhelm trug.

Zwei 13-Jährige und ein 12-Jähriger wurden in Gewahrsam genommen

Die Besatzungen von zwölf Streifenwagen eilten ihrem Kollegen zur Hilfe und brachten die Situation schließlich unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konnten die Menschenmenge, die laut Polizei zwischenzeitlich aus mehr als 80 Schülern bestand, von dem "Cop4U" und dem festgehaltenen Schüler abschirmen. Die Stimmung unter den Schülern sei aber weiterhin aufgeheizt gewesen. Beamte seien aus der Gruppe heraus beleidigt, bespuckt und angegriffen worden. Zwei 13-Jährige und ein 12-Jähriger wurden in Gewahrsam genommen und später ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Außerdem wurden laut Polizei Ermittlungsverfahren wegen des tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und Beleidigung eingeleitet. (dpa/rri)