Jungtier war mehr als einen Monat auf der Flucht

Entlaufenes Galloway-Rind erschossen

Weiße Galloway-Rinder auf einer Weide. Foto: Ingo Wagner/dpa
Weiße Galloway-Rinder auf einer Weide. Foto: Ingo Wagner/dpa
© deutsche presse agentur

07. Oktober 2021 - 15:07 Uhr

Jäger erschießt junges Rind

Die Flucht des jungen Galloways-Rindes in Schleswig-Holstein nimmt ein trauriges Ende: Mehr als einen Monat lang hat sich das Rind frei in der Gegend rund um Sülfeld im Kreis Segeberg bewegt – nun ist es tot. Erschossen von einem Jäger, mit Genehmigung des Kreises. Durch den Abschuss habe verhindert werden sollen, dass das Rind Menschenleben gefährde, so Kreissprecherin Sabrina Müller. Bisherige Versuche, das Tier lebendig einzufangen, waren gescheitert.

Rind wurde zum zweiten Mal im Maisfeld gesichtet

Nach mehr als einem Monat in Freiheit wurde das Tier nun endlich zum zweiten Mal gesichtet: Am Mittwoch sei das Tier auf einem Maisfeld in der Gemeinde Sülfeld gesichtet worden, erzählt Kreissprecherin Sabrina Müller am Donnerstag. Schnell wurden der Jagdausübungsberechtigte und ein Amtsveterinär verständigt – und das Rind schließlich erschossen.

Einige Tage zuvor war eine ähnliche Aktion gescheitert, weil das Rind flüchtete, bevor Jäger und Veterinär zur Stelle waren. Der Fall hatte in den Sozialen Netzwerken eine lebhafte Diskussion ausgelöst.

Darum musste das Tier sterben

"Wir gehen davon aus, dass es sich bei dem Tierhalter um einen Hobbyzüchter handelt", sagte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Segeberg, Lennart Butz. "Das schätzungsweise zwei Jahre alte Tier war eher menschenscheu" sagte er. Butz vermutet, dass der Besitzer das Tier auf großen Flächen gehalten hat.

Auf Wunsch des Halters sollte das Fleisch des Rinds als Lebensmittel dienen. Der Tod des Tieres war bereits langfristig geplant. Dass es dann doch so schnell ging, konnte wohl niemand ahnen. Ein erneuter Versuch, dass Tier einzufangen, wurde von den Beteiligten ausgeschlossen: Es würde für das Tier eine erhebliche Stresssituation darstellen, die unkontrolliertes Fluchtverhalten nach sich ziehen dürfte. Dabei könnte es in Panik auch auf nahegelegene Straßen laufen, wo es auch zu einem Unfall kommen könnte.

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Nach Angaben von Sabrina Müller komme es auch im Kreis Segeberg immer mal wieder vor, dass Rinder ausbrechen und nicht wieder eingefangen werden können. "So gab es 2019 bei Bad Bramstedt einen Unfall, als ein ausgebrochenes Rind von einem Zug der Nordbahn erfasst wurde und verendet ist", erzählt die Kreissprecherin. "Dieser Vorfall zeigt, dass es zum Schutz vor Unfällen und auch im Sinne des Tierschutzes besser ist, das Tier frühzeitig zu erlegen, sodass es wenigstens noch als Lebensmittel verwertet werden kann und nicht völlig sinnlos stirbt", so Müller weiter. (dpa/fst)