Im Teufelskreis der Schmerzen

Ist diese Therapie die Erlösung für alle Schmerzpatienten?

Ist diese Therapie die Erlösung für alle Schmerzpatienten? Im Teufelskreis der Schmerzen
02:41 min
Im Teufelskreis der Schmerzen
Ist diese Therapie die Erlösung für alle Schmerzpatienten?

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von Annabelle Strecker und Deborah Göpferich

Die Rückenschmerzen von Manuel Neuf waren so heftig, dass er nicht mehr schlafen konnte. Bei Martina Kurzrock-Hellmuth strahlte der Schmerz aus dem Rücken in die Beine. Für beide beginnt eine Odysee an Arztbesuchen. Schmerzmittel, Kortisol-Spritzen, Opiate – nichts kann helfen. Bis die beiden auf die Schmerztherapie in der Vitos Klinik in Kassel aufmerksam werden. Mit einer multimodalen Schmerztherapie will man chronischen Schmerzpatienten helfen.

Gefangen im Teufelskreis

Für Manuel Neuf ist diese neue Therapie die Möglichkeit endlich aus dem Teufelskreis der Schmerzen auszubrechen. Die multimodale Schmerztherapie ist eine Kombination aus medikamentöser und therapeutischer Behandlung. Laut Dr. Andreas Böger, dem Chefarzt des Schmerzzentrums in Kassel, werden die meisten Patienten häufig von einem Facharzt, wie einem Orthopäden, behandelt. Schmerzen können jedoch auch seelische Faktoren haben. Die Zusammenarbeit mit einem Psychologen kommt jedoch selten vor. In der multimodalen Schmerztherapie ist das anders: „In diesem ganzheitlichen Setting haben wir Möglichkeiten, alle körperlichen und auch seelischen Faktoren, die die Schmerzen mit unterhalten und chronifizieren, zusammen zu behandeln“, so Dr. Böger.

Therapierfolg schon nach zwei Tagen

Martina Kurzrock-Hellmuth konnte bereits nach zwei Tagen in der stationären Therapie eine Verbesserung feststellen. Um diese Erfolge jedoch auch erzielen zu können, müssen die Patienten der Behandlung offen gegenüber stehen. „Der Patient muss motiviert und aktivierbar sein. Also wenn ein Patient sagt: Doktor, machen Sie mir die Schmerzen weg, dann fange ich an mich zu bewegen. Das ist der falsche Ansatz“, erklärt Dr. Böger. Besserung könne nur eintreten, wenn der Patient sich auch bewegt. Dafür bekommt er in der Klinik bestimmte Übungen gezeigt. Zwar können diese in den ersten Tagen zu einer Verschlimmerung der Schmerzen führen, danach wird es laut Dr. Böger jedoch besser. „Patienten, die bisher nur Spritzen kennengelernt haben und passive Maßnahmen, müssen verstehen, dass jetzt neue Wege beschritten werden müssen, um aus diesem Teufelskreis des Schmerzes herauszukommen“, so Dr. Böger.

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Schmerzfreie Entlassung

Manuel Neuf durfte die Klinik nach einem zweiwöchigen Aufenthalt wieder verlassen. Um jedoch dauerhaft schmerzfrei zu bleiben, muss er die Übungen, die er in der Klinik gelernt hat, auch daheim weitermachen. Da die Belohnung jedoch ein schmerzfreies Leben ist, nimmt er das gerne in Kauf – und vor allem freut er sich, nachts endlich wieder schmerzfrei durchzuschlafen.