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Niemand kümmert sich - weil Ziegenbabys ein Nebenprodukt sind

Tierheim postet emotionalen Nachruf für erfrorenes Zicklein

Ein frisch geborenes Ziegenbaby ist erfroren, weil es für den Zuchtbetrieb zur normalen Ausfallquote gehört (Symbolbild).
Ein frisch geborenes Ziegenbaby ist erfroren, weil es für den Zuchtbetrieb zur normalen Ausfallquote gehört (Symbolbild).
© imago images/PPE, PPE via www.imago-images.de, www.imago-images.de

20. Februar 2021 - 11:02 Uhr

Es hat noch nicht mal einen Namen oder eine Nummer

Sein Start ins Leben war furchtbar – und kurz. Bei eisigen Minus 18 Grad Celsius kommt das kleine Ziegenbaby am Wochenende zur Welt. In einem Zuchtbetrieb, in dem es darum geht, möglichst viele Ziegen in möglichst kurzer Zeit zu halten, um eine maximale Anzahl von Tieren zum Schlachthof zu bringen. Um neugeborene Ziegenbabys kann sich hier niemand kümmern – sie halten den Betrieb nur auf, erfordern zu viel Zeit und beanspruchen zu viele Ressourcen.

Und so wird das Ziegenbaby nur wenige Stunden alt. Noch nicht mal einen Namen oder eine Nummer hat es, weil es für den Betrieb schlichtweg gar nicht existiert hat.

Für die Tierschutzstelle Freistadt in Österreich schon. Das Team postet einen emotionalen Abschiedsbrief auf der Facebook-Seite des Tierheims.

"Ich habe es leider nicht geschafft"

Im Namen des kleinen Ziegenbabys berichtet das Tierheim über die Umstände, in denen es geboren wurde:

"ICH habe es leider nicht geschafft, ich war schon zu schwach und halb erfroren. Obwohl alles getan wurde, starb ich in der folgenden Nacht. Aber ich durfte erfahren, was Wärme und Liebe bedeutet und es waren Hände da die mich begleiteten über die Regenbogenbrücke. Es gab ein Mädchen, das um mich weinte und so weiß ich, dass ich nicht ganz umsonst geboren und gleich gestorben bin."

Auf den Fotos sehen die User, wie das kleine Ziegenbaby sich geschwächt an ein Mädchen kuschelt. Knapp 300 Menschen nehmen online Anteil am Schicksal der kleinen Ziege ohne Namen.

Tränen haben auf der Nase gekitzelt

Wie das Tierheim schreibt, hätten sich einige Menschen in den wenigen Stunden, die das Ziegenbaby gelebt hat, liebevoll um das Tier gekümmert. Sie hätten noch alles versucht, um es aufzupäppeln, aber es habe nicht gereicht.

Als es starb, weinte das Mädchen, das sich um das kleine Wesen gekümmert hatte. Seine Tränen kitzelten das Ziegenbaby auf der Nase.

Über Fleischkonsum und Tierprodukte nachdenken

Dieser Appell ist dem Tierheim am Wichtigsten: dass die Konsumenten darüber nachdenken, wo sie ihr Fleisch und tierische Produkte einkaufen. Billigprodukt heißt in der Regel Billigproduktion – und das heißt, dass niemand Rücksicht auf das Tierwohl nimmt. Ziegenbabys, Lämmer, Kälber, Küken, die zu schwach sind, eben als Aufallquote in Kauf genommen werden.

Die Tierschützer schreiben im Namen der Tiere:

"Bitte liebe Menschen, auch wenn wir sogenannte Nutztiere sind - haben wir trotzdem das Recht auf ein schönes Leben - auch wenn es manchmal kurz ist. (...) Wir sind nur das Produkt was ihr erzeugt und wir können es uns nicht aussuchen wo und wann wir geboren werden."

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