Keine Belohnung für all die Strapazen

Emma Hinze ohne Medaille zum Olympia-Abschluss: "Mir haben noch nie die Beine so weh getan"

Mehr als Platz vier war für Emma Hinze am Olympia-Schlusstag nicht drin
Mehr als Platz vier war für Emma Hinze am Olympia-Schlusstag nicht drin
© AP, Christophe Ena

08. August 2021 - 10:04 Uhr

Willkommen im Land des Schmerzes

Völlig platt und traurig: so endet Olympia für Emma Hinze. Am letzten Wettkampf-Tag in Tokio bleibt der deutschen Bahnrad-Hoffnung ihre zweite Medaille verwehrt. Was übrig bleibt, sind ungeahnte Schmerzen.

Hinze traurig

Emma Hinze atmete schwer, sie stieg völlig entkräftet vom Rad und hielt sich kaum noch auf den Beinen. Der Griff nach der zweiten Olympia-Medaille hatte die deutsche Bahnrad-Hoffnung bis an das absolute Limit getrieben, allein die Belohnung für die Strapazen blieb ihr am Ende der Sommerspiele in Japan verwehrt.

"Es war richtig hart. Mir haben noch nie die Beine so weh getan", sagte die Weltmeisterin nach ihrem vierten Platz im Sprint: "Ich wollte sehr gern eine Medaille, egal, welche. Jetzt ist es Platz vier geworden, und ich bin traurig."

„Ich kam nach dem Lauf nicht mal die Treppe runter“

Statt mit Hinze gleich eine Nachfolgerin von Rio-Olympiasiegerin Kristina Vogel in der Königsdisziplin zu inthronisieren, beendete Deutschland die Bahnrad-Wettbewerbe im Izu Velodrome mit einer Enttäuschung und insgesamt ernüchternd. Maximilian Levy verpasste am Schlusstag ebenfalls olympisches Edelmetall, das wäre im Keirin allerdings auch recht überraschend gekommen.

Die 23-jährige Hinze bezahlte am Sonntag für sechs hammerharte Wettkampftage sowie den eng getakteten Zeitplan. "Ich kam nach dem Lauf nicht mal die Treppe runter", berichtete die Sportsoldatin, der nach dem verlorenen Halbfinale gegen die spätere Olympiasiegerin Kelsey Mitchell aus Kanada bereits "schwindelig" gewesen war. Im Rennen um Rang drei gegen Lee Wai-Sze aus Hongkong war die deutsche Mitfavoritin dann letztlich chancenlos.

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Nicht da, wo man hin wollte

Mit nur zwei Medaillen fällt die deutsche Bilanz insgesamt durchwachsen aus. Mit Silber im Teamsprint durch Hinze und Friedrich hatten die Wettkämpfe gut begonnen, die Goldmedaille des Bahn-Vierers der Frauen in Weltrekordzeit war anschließend ein echtes Glanzlicht - doch in den folgenden Tagen gab es mehr Enttäuschungen als Erfolge.

Bundestrainer Detlef Uibel sprach von einer Lehrstunde: "Wir wollten in Tokio mehr Medaillen, das hat nicht geklappt." Insgesamt sei man nicht dort, "wo wir hin wollten". Das gilt besonders für den Männerbereich, wo Deutschland seit 2012 kein olympisches Edelmetall mehr gewann. (sid/mli)