Zeugnis für das DFB-Team

Die Noten zum Portugal-Sieg: Gosens überragend, Müller der Offensivmotor

20. Juni 2021 - 0:23 Uhr

Gosens und sein Mega-Spiel

Zwei Tore vorbereitet, eins selbst gemacht: Robin Gosens hat beim Sieg gegen Portugal einen Spitzen-Auftritt hingelegt, für den es vom Bundestrainer ein Sonderlob gab. Wer zählte auf deutscher Seite sonst noch zu den Matchwinnern? Wer machte ein richtig starkes Spiel? Hier gibt es unsere Einzelkritik. Wie unser Experte Steffen Freund das Spiel erlebt hat, sehen Sie oben im Video.

DFB-Team mit solider Abwehr

Manuel Neuer: Beim 0:1 durch Cristiano Ronaldo machtlos. Wurde insgesamt kaum ernsthaft geprüft, was für die Leistung der Abwehr spricht. Neuer wieder ein gewohnt souveräner Rückhalt. Note: 3

Matthias Ginter: Spielte unauffällig. Ein Verteidiger darf das als großes Lob verstehen. Ginter machte mit großer Ruhe den Job gegen die portugiesischen Superstars. Note: 2-

Mats Hummels: Hätte vor dem 0:1 entschiedener auf Bernardo Silva gehen können, der den Ball über die rechte Seite nach vorne trieb und letztlich den entscheidenden Pass auf Diogo Jota spielte, der für Ronaldo auflegte. Spielte ansonsten aber souverän. Note: 3

Antonio Rüdiger: Für den Mann vom FC Chelsea gilt Ähnliches wie für den Gladbacher Abwehrspieler Ginter. Rüdiger machte einen grundsoliden Job, war da, wenn es brannte. Note: 3

Kimmich und Gosens beeindruckend

Joshua Kimmich: Verlagerte vor dem Ausgleich geschickt das Spiel, und auch am 2:1 war der Münchner, der wieder auf der rechten Außenbahn spielte, maßgeblich beteiligt. Denn Kimmich setzte nach, nachdem Havertz einen Müller-Ball nicht verwerten konnte, spielte den Ball von der Grundlinie scharf in die Mitte und schoss so den Dortmunder Raphael Guerreiro an: Eigentor Nummer zwei, Führung Deutschland. Spielte die Flanke zum 4:1. Einziger kleiner Makel: Kam vor dem 0:1 nach der eigenen Ecke nicht schnell genug zurück. Note 1-

Ilkay Gündogan: War vor dem 0:1 zu weit weg von Bernardo Silva, der nach einer deutschen Ecke Anführer und Initiator des eiskalten Portugal-Konters war. Das Gegentor ging so auch auf seine Kappe. Machte es ansonsten aber gut im zentralen Mittelfeld. Note: 2-

Toni Kroos: Der zweite Mann im zentralen Mittelfeld der Deutschen. Lieferte ein Spiel ohne große Auffälligkeiten, zeigte letztlich ein souveränes Spiel, hier und da bei den Pässen ungenau. Note: 3

Robin Gosens: Was für ein starkes Spiel des 26-Jährigen! Ausgleich vorbereitet, indem er einen hohen Kimmich-Ball in die Mitte drosch, bereitete das 3:1 mit einer präzisen Hereingabe vor. Das 4:1 machte er selbst – per Kopf. Note: 1

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Havertz bestätigt Löws Vertrauen

Kai Havertz: Gleich von Beginn an besser im Spiel als zuletzt gegen Frankreich. Hielt den Fuß rein, als Gosens (siehe oben) abzog. Der Ball landete im Tor, der Torschütze war aber nicht Havertz, sondern Ruben Dias. Dennoch: Als Stürmer musst du genau da stehen, stören und den Verteidiger zu Fehlern zwingen. Goldrichtig stand Havertz auch beim 3:1. Note: 1

Thomas Müller: Setzte vor dem 3:1 Gosens in Szene. Führte das deutsche Pressing wie gewohnt, ackerte, war unangenehm, nervte den Gegner. Leitete das 4:1 mit einem Grätsch-Zuspiel ein. Müller hatte so einen klaren Anteil am Erfolg gegen Portugal. Lediglich der eigene Treffer fehlte. Note: 2+

Serge Gnabry: Gefiel vor allem in der Anfangsphase mit starkem läuferischem Einsatz. Tauchte ein ums andere Mal mit dem Ball im Strafraum der Portugiesen auf, suchte den Abschluss, stiftete Unruhe. Legte kurz vor der Pause ein tolles Tänzchen im 1:1 gegen Pepe ein. In Hälfte zwei wurde es ruhiger um den Bayern-Star. Note: 2

Löw mit vier Auswechslungen

Marcel Halstenberg: Kam für Gosens ins Spiel (62.). Sollte dazu beitragen, dass das DFB-Team das Ergebnis hält. Solide ohne Ausreißer nach oben. Note: 3

Emre Can: Kam für Hummels ins Spiel (62.), für ihn gilt Gleiches wie für Halstenberg. Note: 3

Leon Goretzka: Kam für Havertz ins Spiel (73.). Hatte bei seinem Comeback nach Verletzungspause sogar die Chance zum 5:2. Note: 3

Niklas Süle: Kam für Gündogan ins Spiel (73.), fügte sich nahtlos in die deutsche Abwehr ein. Note: 3

Leroy Sané: Kam für Gnabry ins Spiel (87.) – ohne Bewertung (sfu/ana)