Kritik an Spielfortsetzung trotz Eriksen-Kollaps

RTL-Sportchef von Thien: "Für mich bleibt ein fader Beigeschmack"

13. Juni 2021 - 12:20 Uhr

RTL-Sportchef von Thien bezieht klar Stellung

Nachdem die UEFA nach dem Kollaps von Christian Eriksen die Partie noch am selben Abend fortsetzen ließ, war die Kritik daran von nahezu allen Seiten deutlich. Auch RTL-Sportchef Andreas von Thien bezieht im Video oben klar Stellung: "In so einer Situation hätte ich alles andere gemacht, als Fußball weiter zu spielen."

UEFA verweist auf das Regelwerk

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) verweist dagegen als Reaktion auf die Kritik an der Fortsetzung der EM-Partie zwischen Dänemark und Finnland (0:1) auf Artikel 29 das Regelwerks. Darin geht es allerdings lediglich um das Prozedere bei einer Neuansetzung, Ausnahmesituationen wie am Samstag in Kopenhagen werden nicht thematisiert.

"Wenn ein Spiel nicht beginnen oder zu Ende gespielt werden kann, wird das komplette Spiel oder die verbleibende Spielzeit nach den Regularien am kommenden Tag ausgetragen", heißt es in Regel 29.

Für Kramer ist es "der absolute Wahnsinn"

Auch die 2014er-Weltmeister und ZDF-Experten Christoph Kramer und Per Mertesacker äußerten sich kritisch zur Wiederaufnahme des Spiels. "Das ist für mich der absolute Wahnsinn, das geht nicht. Da liegt der Fehler meiner Meinung nach bei der UEFA. Da muss irgendjemand sagen: 'Leute, jetzt schlaft mal eine Nacht drüber'", sagte Kramer.

"Die Frage ist, kann einer von denen in diesem Moment einen klaren Gedanken fassen", sagte Kramer dazu. "Da sage ich einfach: Nein. Da ging es heute nicht um Fußball. Dann finde ich: Emotionen erstmal sacken lassen, eine Nacht drüber schlafen, dann kann man es immer noch spielen."

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Mertesacker: "Man sollte die Spieler schützen"

Mertesacker zeigte sich überrascht von der Entscheidung und hielt die Spielfortsetzung "nach so einem Schockmoment" für gefährlich. "Man sollte die Spieler schützen", sagte er im ZDF.

Beide Mannschaften hatten sich nach dem Vorfall und der Unterbrechung der Begegnung dazu entschieden, noch am Samstag weiterzuspielen. Als Alternative stand der Sonntagmittag zur Auswahl. Eriksen soll bei einem Gespräch aus dem Krankenhaus mit seinen Teamkollegen für die Fortsetzung der Partie plädiert haben. (cni/sid/dpa)

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