Pro-Atomkraft

Elon Musk übt Kritik an deutschem Atomausstieg: „Nicht die richtige Entscheidung“

Elon Musk heißt Deutschlands Atomausstieg nicht gut - vor allem aus Sicht für seine Elektroautos
Elon Musk heißt Deutschlands Atomausstieg nicht gut - vor allem aus Sicht für seine Elektroautos
© dpa, Patrick Pleul, ppl tba vr

30. September 2021 - 14:15 Uhr

Elon Musk möchte Kernenergie für Elektroautos nutzen

Für die Elektroauto-Revolution braucht es große Mengen Strom. Tesla-Chef Elon Musk würde dabei gerne auch auf Atomstrom zurückgreifen und kritisiert den deutschen Ausstieg.

Der Tesla-Chef ist über das öffentliche Image von Atomkraftwerken überrascht

Seit dieser Woche ist Elon Musk wieder der reichste Mensch der Welt. Sowohl in der Forbes-Liste als auch im Bloomberg Billionaires Index überholte der Tesla-Chef Amazon-Gründer Jeff Bezos. Auf dem Papier hat Musk nun ein Vermögen von mehr als 200 Milliarden Dollar, wobei dieses den täglichen Schwankungen des Tesla-Börsenkurses unterliegt.

Tesla hat Musk aber nicht allein gegründet, um reich zu werden. Er sieht sich auf einer Mission und als Anführer der Elektroauto-Revolution insgesamt. Bei dieser Revolution würde Musk gerne auch auf Atomstrom zurückgreifen. Er sei Befürworter der Technologie und überrascht "von der öffentlichen Meinung gegen die Atomkraft", sagte Musk am Dienstag bei der Code Conference in Los Angeles, wie der Business Insider berichtet. "Ich sage nicht, dass wir eine ganze Reihe von Atomkraftwerken bauen sollten, aber auch nicht, dass wir sie abschalten sollten", ergänzte Musk.

Die Kritik Musks: Der Atomausstieg stärkt vor allem Kohlekraftwerke

In diesem Zusammenhang hält Musk auch die Entscheidung Deutschlands, komplett aus der Kernenergie auszusteigen, für einen Fehler. "Ich glaube nicht, dass das die richtige Entscheidung war", sagte Musk. Der deutsche Atomausstieg habe zu einer Stärkung der wesentlich schädlicheren Kohle geführt, argumentiert Musk. Denn ausgerechnet Kohlekraftwerke hätten abgeschaltete Atomkraftwerke ersetzt.

Der Tesla-Chef war auf der Veranstaltung auf den steigenden Strombedarf angesprochen worden, der entsteht, wenn mehr Elektroautos auf den Straßen fahren. Dieser solle "hauptsächlich von Wind- und Solarenergie" gedeckt werden, erklärte Musk, der mit Tesla selbst in den Markt für Ökostrom drängt. Daneben sieht er aber auch Kernkraft als klimafreundliche Lösung.

Bereits in der Vergangenheit hatte sich Musk, der gerade in Brandenburg seine erste europäische Tesla-Fabrik baut, als Atomkraftanhänger geoutet. So sagte er etwa erst im Juli bei einer Veranstaltung, er sei "pro nuclear". Er halte moderne Kernkraftwerke im Gegensatz zu vielen anderen Menschen für sicher. (stern.de/bak)

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de.