Kannten Sie diese Regeln für das Autofahren in Spanien?

Ellenbogen aus dem Fenster und Eis am Steuer - so viel kosten Strafzettel auf Mallorca

Beim Autofahren im Sommerurlaub in Spanien ein Eis essen? keine gute Idee!
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02. Juli 2020 - 13:15 Uhr

Der spanische Bußgeldkatalog ist einer der härtesten Europas

Wer auf Mallorca oder allgemein in Spanien im Urlaub Auto fährt, sollte sich besser im Vorfeld mit den geltenden Vorschriften vertraut machen. Denn schnell kann ein empfindliches Bußgeld die Urlaubsidylle trüben. Der Bußgeldkatalog der spanischen Verkehrsbehörde DGT zählt zu den teuersten Europas.

Wir sagen Ihnen, welche Bußgelder bei einem Knöllchen zu zahlen sind. Und warum Sie Ihre Flip Flops lieber zu Hause und Ihre Ellenbogen lieber IM Auto lassen sollten. 

QR-Code dabei? Worauf Sie unbedingt achten sollten, bevor Sie aktuell in Corona-Zeiten in Spanien Urlaub machen, erklären wir Ihnen hier. 

Die kuriosesten Sommerstrafen in Spanien

Dass Autorennen in Spanien auf öffentlichen Straßen verboten sind, ist kaum verwunderlich, ebenso wie das Verbot, während der Fahrt Kopfhörer zu tragen. Aber wussten Sie, dass auch das Fahren ohne Hemd oder der lässig aus dem Fenster gehängte Ellenbogen empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen kann? Wir haben die beliebtesten Sommerstrafzettel zusammen gesammelt, die Ihnen bei Ihrem Aufenthalt in Spanien drohen können – und von denen Sie vielleicht noch gar nichts wussten.

  • Ellenbogen aus dem Fenster hängen lassen

Die Sonne scheint, Sie lassen das Fenster runter – jetzt aber bitte nicht den Arm ins Freie hängen, denn das könnte schlappe 80 Euro kosten. Zwar ist so ein Verhalten nicht explizit verboten, aber die spanische Verkehrsordnung, die so genannte General de Circulación, weist darauf hin, dass ein Autofahrer vollständige Bewegungsfreiheit haben sollte, um Sicherheit im Verkehr gewährleisten zu können.

  • Flip-Flops zu Hause lassen!

Fahrer, die eine Autofahrt in Spanien planen, sollten daran denken, das richtige Schuhwerk anzuziehen. In Flip-Flops zu fahren ist strikt untersagt. Wer sich in Badelatschen hinters Steuer setzt, dem drohen bis zu 80 Euro Strafe.

  • Eis essen während der Fahrt – lieber lassen

Das Verkehrsrecht besagt, dass Sie beide Hände zum Fahren benötigen. Das heißt, etwas zu Essen (wie eben ein Eis) oder zu Trinken in einer Hand zu halten, kann einen Strafzettel in Höhe von 100 Euro nach sich ziehen. Keine Polizei wird Sie jedoch dafür bestrafen, wenn Sie für ein paar Sekunden einen Schluck getrunken haben.

  • Mit freiem Oberkörper Auto fahren

Kurz mal nach dem Strand das Hemd weg lassen und mit bloßem Oberkörper ins Auto springen? Keine gute Idee! Das Fahren ohne Hemd (oder auch ohne Schuhe) kann Sie 80 Euro Strafe kosten. Die gesetzliche Begründung: die Kleidung muss Bewegungsfreiheit garantieren, darf das Sichtfeld nicht beeinträchtigen und muss ermöglichen, das Fahrzeug in allen Situationen zu kontrollieren.

  • Musik leise und nicht kuscheln

Auch wenn die Spanier als sehr lautes und temperamentvolles Volk gelten, im Auto sollte es eher gedämpft zu gehen. Zu laute Musik im Auto wird nicht gern gesehen, hier können die Kosten bei 80 bis 100 Euro liegen –  besonders teuer wird es in der Nähe von Krankenhäusern und verkehrsberuhigten Gegenden. Übrigens: auch streiten, zu laut siskutieren oder mit dem Beifahrer kuscheln kann Strafen nach sich ziehen.

  • Kippen aus dem Fenster – Gefängnisstrafe droht

Sollte eigentlich für jeden und überall selbstverständlich sein – aber hier doch noch mal eine kleine Erinnerung. Denn in Spanien gilt das Kippenwerfen keinesfalls als Kavaliersdelikt. Das Bußgeld beläuft sich auf 200 Euro, und 4 Strafpunkte sind zusätzlich auch noch fällig. Übrigens: Ddie Strafe kann noch deutlich höher ausfallen. Nämlich wenn die weggeworfene Kippe ein Feuer verursacht. In diesem Fall werden Sie strafrechtlich verfolgt und zahlen alle Kosten des Löschens, und es droht sogar eine Gefängnisstrafe.

So hoch sind die Geldstrafen für Autofahrer in Spanien

Geldbußen für Autofahrer werden in Spanien generell unterteilt in:

Geringfüge Strafen: 100 Euro
Schwere Strafe: 200 Euro
Sehr schwere Strafe: 500 Euro

Bei leichten Verstößen hat jede Gemeinde auf Mallorca einen gewissen Handlungsspielraum. Die genauen Regeln sind in der jeweiligen Gemeindeverordnung (ordenanza municipal) festgelegt. 
Leichte Verstöße sind beispielsweise das Fahren ohne Genehmigung in verkehrsberuhigten Zonen oder wenn ein Auto wegen Falschparken abgeschleppt wird,

Um einen schweren Verstoß handelt es sich beispielsweise wenn Sie auf einer Busspur, in einem Tunnel, auf einem Parkplatz für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder in einer Kurve geparkt haben.

Weitere schwere Verstöße sind, wenn Sie während der Fahrt:

  • ohne vorgeschriebene Beleuchtung fahren
  • Kopfhörer tragen
  • Handy benutzen

Sehr schwere Verstöße begehen Fahrer etwa, wenn sie entgegen der Fahrtrichtung fahren, an Autorennen teilnehmen oder ohne Führerschein unterwegs sind. Dafür werden dann direkt 500 Euro fällig. Dabei sind diese 500 Euro kein Maximalwert, es können auch noch sehr viel höhere Strafen fällig werden, besonders wenn man beim Fahren gleich mehrere Verstöße begeht. Weitere Strafen bei Verkehrsverstöße können Punktabzüge aber durchaus auch Haftstrafen sein!

Rabatt bei Geldstrafen: Wer schnell zahlt, spart

Aber es gibt eine gute Nachricht: Wenn Sie schnell zahlen, müssen Sie nur die Hälfte zahlen. Wer in Spanien ohne Einspruch seine Strafen innerhalb von 20 Tagen begleicht, muss nur die Hälfte zahlen. Das gilt übrigens für alle Verstöße. Die Frist für den 50 Prozent Rabatt läuft ab dem Moment, an dem die Polizei den Strafzettel persönlich übergeben hat, oder dieser zugestellt wurde.