Brutzeln auf dem Balkon oder in der WohnungElektro-Tischgrill-Guide: Testsieger & Top-Tipps

Ein Elektrogrill ist kein richtiger Grill – das meinen einige Grill-Enthusiasten. Aber die sollten mal umdenken, denn dieses Image stammt aus der frühen Evolutions-Phase der Geräte. Inzwischen hat sich im Elektro-Grill-Bereich einiges getan. Wir zeigen, was die Indoor-Grills können und welche Geräte besonders zu empfehlen sind.
Haben Elektro-Grills ein Image-Problem?
Vor ein paar Jahren waren elektrische Grills tatsächlich ein bisschen schwach auf der Brust und das Grillgut landete nicht so auf dem Teller, wie man sich das vorstellt. Doch glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei.
Moderne Elektro-Grills arbeiten mit Leistungen von bis zu 3.000 Watt und liefern eine ordentliche Hitze. Da bleiben eigentlich keine Wünsche offen, was die Zubereitung von Würstchen, Steak, Bauchspeck und Gemüse angeht.
Profi-Tipp 1: Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Grill für die Steckdose anzuschaffen, sollte unbedingt darauf achten, dass das Gerät mindestens 2.000 Watt leistet – mehr ist in der Regel noch besser.
Bei diesen Leistungsbereichen wird auch das Steak perfekt gegrillt und das beliebte Branding ist ebenfalls machbar. Wer dann auch noch den klassisch-rauchigen Grillgeschmack will, kann sich zum Beispiel einen sogenannten Räucherkasten* 🛒 gönnen. Damit lassen sich durch verschiedenen Räucherchips* 🛒 unterschiedliche Aromen erzeugen.
Der Testsieger unter den Elektro-Flächengrills hat 2.300 Watt
Nicht jeder hat einen großen Garten oder einen ausladenden Balkon, der es erlaubt einen stattlichen Grill zum Einsatz zu bringen. Hier schlägt die Stunde der Elektro-Tischgrills. Mit ihren sehr kompakten Abmessungen bringen Sie die Geräte auch in einer kleinen Wohnung oder im Wohnmobil unter. Und was die Leistung angeht, müssen sich die Tischgeräte vor ihren großen Brüdern nicht verstecken.
» So bringt der Sieger bei den Flächengrills bei Stiftung Warentest satte 2.300 Watt auf die Grillfläche – gemeint ist der Philips HD4419/20* 🛒. Damit sollte eigentlich alles gelingen. Und wenn der Grillabend gelaufen ist, können Sie das Gerät bequem hochkant lagern.
Vorteile und Nachteile von Elektro-Tischgrills
Schnell einsatzbereit: Stecker rein und nach etwas fünf Minuten ist das Gerät auf Touren und einsatzbereit
Viele Elektrogrills können bei Beachtung bestimmter Sicherheitsbedingungen (ausreichend Belüftung, keine Gardienen in der Nähe) auch im Haus verwendet werden
Die Nachbarn werden nicht durch Rauch und Geruch belästigt. Da kann auch auf dem Balkon mit Grillverbot zur Tat geschritten werden
Leicht zu reinigen. Auffangschale und Rost können meist in die Spülmaschine
Schnelles Aufräumen nach dem Grillen. Es muss keine Asche entsorgt werden, wie beim Kohlegrill
Beim Grillen entstehen keine giftigen Dämpfe durch verbrennendes Fett
Elektro-Tischgrills punkten mit ihren kompakten Maßen
Aber die elektrischen Barbecue-Stationen haben durchaus auch Nachteile, die wir hier nicht verschweigen wollen. Das größte Problem ist natürlich der Strom.
Zum Grillen braucht es eine Steckdose. Damit fällt die Party am See schlicht und ergreifend ins Wasser.
Auch atmosphärisch hinken die Stromer ein bisschen hinterher. Ein glühender Heizstab in der Nacht ist dann doch nicht so romantisch wie knisternde Holzkohle.
Das müssen Sie beim Elektro-Grill-Kauf beachten
Wer sich einen Elektrogrill anschaffen will, sollte verschiedene Aspekte berücksichtigen. Zunächst ist da die Platzfrage. Soll der Grill im Garten eingesetzt werden oder ist ein kleiner Balkon in der Großstadt der Ort des Geschehens? Stehen Sie gerne mit ein paar Freunden und einem kühlen Bier um den Grill herum oder bevorzugen Sie das gemeinsame Sitzen am Tisch? Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig für die Kaufentscheidung.
Wenn Sie gerne im Garten oder auf der großen Terrasse am Grill stehen, können Sie ein etwas größeres Standmodell nehmen, auf den auch ein paar Würstchen mehr passen. Hier müssen Sie auch noch die Stromversorgung berücksichtigen. Gegebenenfalls brauchen Sie ein Verlängerungskabel oder eine Kabeltrommel, die den Strom liefern.
Profi-Tipp 2: Achten Sie darauf, dass das Kabel nicht zur Stolperfalle wird und rollen Sie das Kabel immer ganz ab. Ansonsten wird der Widerstand zum Beispiel bei 3.000 Watt Leistung im Kabel zu hoch und es kann zu einer unerwünschten Überhitzung kommen.
Elektro-Grill ist nicht gleich Elektro-Grill
Wollen Sie lieber auf ihrem kuscheligen Balkon oder im Wohnzimmer grillen, eignet sich ein sogenannter Elektro-Tischgrill besser. Diese kompakten Geräte stehen einfach auf dem Tisch und jeder kann sich sein Grillgut selbst zubereiten. Das hat auch seinen Reiz und es muss nicht einer einsam und allein am Grill stehen. Bei Tischgeräten müssen Sie aber bedenken, dass die Grillfläche relativ klein ist. Eine Grillparty mit zehn Leuten, kann da schwierig werden.
» Wichtig ist auch der richtigen Untergrund. Glastische oder lackierte Tischplatten sind nicht geeignet. Auch Tischdecken sind als Unterlage für einen elektrischen Tischgrill nicht sinnvoll.
Bei den Elektro-Grills gibt es zwei grundlegende Unterschiede.
Es gibt die klassische Bauform. Die sogenannten Flächengrills, mit einem Grill-Rost bzw. einer Grill-Platte, die von unten beheizt wird.
Und dann gibt es noch die Kontaktgrills. Hier wird das Grillgut von oben und von unten mit Hitze bearbeitet. Bei manchen Geräten kann man die Grillflächen auch komplett aufklappen, so dass auch der Deckel zur Grillfläche wird, und es möglich ist, für mehr Leute zu grillen.
Allerdings hat die Stiftung Warentest bei ihrem Test im Mai 2020 festgestellt, dass nur die wenigsten Geräte aufgeklappt die notwendige Hitze erreichen, um befriedigende Grillergebnisse zu erzielen. Nur der Testsieger von Tefal* bewältigte die doppelte Menge an Grillgut im aufgeklappten Zustand.
Wie grillt es sich elektrisch?
Im Grunde ist das Grillen mit einem Elektrogrill nicht anders als mit einem Holzkohle- oder Gasgrill. Tatsächlich ist es sogar noch einfacher. Jegliche Vorbereitung wie Holzkohle kaufen und anzünden entfällt. Ich muss auch nicht herausfinden, ob meine Gasflasche noch genug Inhalt hat, um den BBQ-Abend zu überstehen. Und das macht gerade Anfängern den Einstieg ins Grillvergnügen deutlich leichter. Stecker rein und los. Wer noch unerfahren in Sachen Grillen ist, sollte sich vielleicht ein bisschen einlesen, wie man Nackensteak, Würstchen, Gemüse, Fisch & Co. richtig zubereitet.
Auch der Elektro-Griller sollte auf ein paar Basic-Utensilien nicht verzichten. Ein vernünftiges Grillbesteck gehört auf jeden Fall in den Fundus. Wer gerne mal einen Fisch aufs „Feuer“ legt, sollte sich ein sogenanntes Fischgitter zulegen. Hier kommt das ganze Tier rein und kann dann entspannt gewendet werden, ohne dass es zerfällt.
Die Kosten beim Elektro-Tischgrill
Elektrische Grills können Sie zu Preisen zwischen 35 Euro und 700 Euro kaufen. Das hängt von Marke, Ausstattung und Größe ab. Allerdings ist der hohe Preis nicht immer auch Garant für das beste Gerät, wie der Test der Stiftung Warentest im Mai 2020 gezeigt hat (den ganzen Test gibt es hier). Zum Beispiel hat der Kontaktgrill von Silvercrest (Lidl) sehr ordentliche Ergebnisse erzielt und den dritten Platz belegt – und das, obwohl er nur 35 Euro kostet. Der schon erwähnte Testsieger von Tefal schlägt hingegen mit knapp 90 Euro zu Buche.
Und was den Stromverbrauch angeht, halten sich die Kosten auch in Grenzen. Nehmen wir ein Gerät mit satten 2.500 Watt. Wenn Sie damit zwei volle Stunden grillen, kommen Sie bei einem Preis von 30 Cent pro Kilowattstunde auf Kosten von 1,50 Euro. Zum Vergleich: Der Testsieger in Sachen Holzkohle bei Ökotest, schlägt mit 2,49 Euro für drei Kilo zu Buche.
Unser Fazit: Elektro-Tischgrills sind besser als ihr Ruf
Unter Grillfreunden wird es wohl nie eine Einigung darüber geben, welche Grill-Methode die richtige ist. Hier muss jeder seinen Grill für seine Bedürfnisse finden. Aber man darf den Elektrogrill im Rennen um die Barbecue-Freunde nicht unterschätzen. Es sprechen viele Argumente für die Stromvariante. Kein Grill ist spontaner. Und gerade in eng bebauten Städten oder auch auf dem Campingplatz kann er zum Einsatz kommen, ohne dass die Nachbarn gleich die Polizei rufen. Vom Platzvorteil ganz zu schweigen. Und die neuen Geräte können mit Gas – und Kohlegrills locker mithalten. Also, beide Daumen hoch für den Elektro-Tischgrill!
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