Mikrofon war noch an

Kommentatoren beschimpfen Ex-Olympiasiegerin wüst

Meagan Duhamel 2018.
Meagan Duhamel 2018.
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Verbal-Skandal im Eiskunstlaufen. Der britische Kommentator Simon Reed und sein Kollege beleidigten die frühere kanadische Paarläuferin Meagan Duhamel während der Live-Sendung zur Weltmeisterschaft.

Erst beleidigt, dann ausgelacht

Simon Reed, der für den Weltverband von der WM aus Montpellier berichtet, nannte nach dem Ende des Paarlaufs Meagan Duhamel „die Schlampe aus Kanada“. Reed und sein Co-Kommentator Nicky Slater lachten über die Bemerkung. Offenbar dachten sie, die Mikrofone seien schon aus. Falsch gedacht. So ging die Beleidigung live on air und dann viral.

Kurz darauf reagierte der Eislauf-Weltverband. Die ISU sei „schockiert über Sprache der beiden Kommentatoren“, so der Verband.

Das Duo ist den Job los

Der Weltverband entschuldigte sich bei der 36-jährigen Team-Olympiasiegerin von 2018 „für unangemessenes und inakzeptables Verhalten der beiden Kommentatoren“. Die ISU verurteilte „aufs Schärfste Äußerungen diskriminierender oder voreingenommener Art“. Eine interne Untersuchung werde eingeleitet. Die beiden Kommentatoren würden nie wieder für Eiskunstlauf-Veranstaltungen der ISU besetzt.

Duhamel, die als Expertin von dem Event berichtet, reagierte auf Twitter. „Ich habe persönliche Entschuldigungen von Simon Reed und dem ISU-Präsidenten erhalten und ich denke nicht, dass im Moment eine öffentliche Entschuldigung notwendig ist. Ich schätze und respektiere die Entschuldigungen“, schrieb die zweimalige Weltmeisterin. Vor dem verheerenden Kommentar des Duos hatte sie die beiden ebenfalls auf Twitter kritisiert. (msc/dpa)