Elf Menschen stehen plötzlich auf der Straße

Einsturzgefahr wegen Pfusch an Baustelle? Haus in Oranienburg muss evakuiert werden

Droht Bewohnern jetzt die Obdachlosigkeit? Einsturzgefahr durch Baupfutsch
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Einsturzgefahr durch Baupfutsch
Droht Bewohnern jetzt die Obdachlosigkeit?

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Einsturzgefahr wegen Pfusch an benachbarter Baustelle?

Montagabend: Elf Bewohner eines Wohnhauses in der Augustastraße in Oranienburg müssen ihre Wohnungen verlassen. Plötzlich besteht Einsturzgefahr, vermutlich ausgelöst durch Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück. Sie müssen umgehend evakuiert werden. Während der Baustellen-Verantwortliche davon nichts wissen will, sind Anwohner und Feuerwehr sehr besorgt.

Feuerwehrmann über die plötzliche Evakuierung: "Das geht schon nahe"

Jens Pamperin von der Feuerwehr Oranienburg ist betroffen. "Es ist sehr bewegend. Den Menschen sagen zu müssen, "nehmt euer Hab und Gut und verschwindet jetzt". Das geht schon nahe", sagt er über einen nicht alltäglichen Einsatz. Von einem "Schock" spricht Nachbar Burkhard Knoll.

Feuerwehrmann Pamperin nennt als Ursache für die plötzliche Evakuierungsmaßnahme das Ausheben einer Baugrube auf einem angrenzenden Grundstück. Das habe vermutlich zu einer Grundwasserabsenkung geführt und an dem jetzt geräumten Haus erhebliche Risse verursacht. Was wiederum den Verdacht nahelegt, dass an der Baustelle etwas schiefgelaufen sein könnte.

Baustellen-Manager weist Vorwürfe zurück

Arthur Knaub, Projektmanager der Baustelle bestreitet das und kritisiert die Evakuierung als "übertrieben." Die Feuerwehr könne das Geschehene nicht richtig einschätzen, "die sind keine Fachleute." Knaub behauptet, dass "90 Prozent" der Risse bereits vorher dagewesen seien.

"Die Feuerwehr war sofort vor Ort und hat sehr umsichtig und schnell gehandelt", widerspricht Egmont Hamelow vom Bauordnungsamt Oranienburg. Auch er geht davon aus, dass die Risse mit der Baumaßnahme zusammenhängen.

Projektmanager Knaub spricht hingegen von Entwarnung. Ein Statiker habe bestätigt, dass das Gebäude nicht einsturzgefährdet sei. Das Bauamt bekäme eine Bestätigung, danach könnten die Bewohner zurück in ihre Wohnungen. Eine offizielle Bestätigung hierfür steht allerdings derzeit noch aus. Solange ist unklar, wann und ob die Menschen zurück in ihr Haus können. (uvo)