Einkommensteuer und Lohnsteuer sparen: Diese Tipps sind bares Geld wert

12. Juli 2016 - 14:44 Uhr

Nützliches für die Steuererklärung

Im November noch schnell heiraten, um am Jahresende die Steuerklasse zu wechseln und dem Finanzamt ein Schnippchen zu schlagen? Zugegeben, eine etwas extreme Maßnahme. Aber das ist Gott sei Dank nicht der einzige Trick, um ordentlich Steuergeld zu sparen. Gerade Anschaffungen, die sowieso anstehen, können die Steuerlast am Ende des Jahres noch extrem mindern.

Einkommensteuer und Lohnsteuer sparen
Klingende Münze: Mit diesen Tipps schlagen Sie dem Finanzamt ein Schnippchen.
© Gina Sanders - Fotolia, Erwin Wodicka

Tipp 1: Reparaturarbeiten nutzen

Bis zu 6.000 Euro lassen sich mit Ausbesserungen am Haus pro Jahr steuerlich absetzen. Wer also 2014 noch kein Geld für Reparaturen, die ohnehin nötig sind, ausgegeben hat, sollte das schnell noch tun. "Diese Beträge gelten in jedem Jahr neu, insofern sollten die Handwerker noch in diesem Jahr beauftragt werden und es können auch schon Vorauszahlungen geleistet werden", rät Steuer-Experte Markus Deutsch. Lassen Sie diese Reparatur noch 2014 durchführen, können Sie den steuerlichen Vorteil im kommenden Jahr wieder in vollem Umfang ausschöpfen.

Tipp 2: Haushaltshilfe anerkennen lassen

Hier liegt die jährliche Summe, die sich steuerlich geltend machen lässt, bei 20.000 Euro. Davon bekommen Sie bis zu 4.000 Euro vom Finanzamt zurück. Dabei ist aber eines ganz wichtig: "Wer eine Haushaltshilfe beschäftigt, sollte unbedingt eine Rechnung zur Hand haben und die Kosten auf jeden Fall überweisen - Barzahlung ist nicht möglich", warnt Experte Markus Deutsch. Auch die Rechnungen vom Fensterputzer, vom Babysitter und Gärtner werden mit berücksichtigt.

Tipp 3: Medizinrechnungen sammeln

Im Gesundheitsbereich dürfen Steuerzahler erst Kosten absetzen, wenn alle Medizinrechnungen der ganzen Familie zusammengerechnet eine bestimmte Summe übersteigen. Wie viel das ist, ist vor allem vom Gehalt abhängig. Beträgt das Haushaltsbrutto 30.000 Euro, dann werden etwa 900 Euro (3 Prozent) als 'zumutbare Belastung' nicht berücksichtigt. Nur was darüber anfällt, bringt Steuerermäßigung. Zu den absetzbaren Leistungen gehören zum Beispiel eine professionelle Zahnreinigung, der Kauf einer Brille oder Massagen.

Riestern: Im Prinzip vorteilhaft

Tipp 4: Spenden lohnt sich

Sie möchten Gutes tun, und für die Arbeit gemeinnütziger Vereine und Organisationen spenden? Das lohnt sich auch für Sie! Alles was den Betrag von 36 Euro übersteigt, wirkt sich steuermindernd aus.

Tipp 5: Fortbildung macht sich bezahlt

Sie haben eine Fachtagung besucht oder in einem Seminar Ihre Fähigkeiten vertieft oder neue erworben? Auch das macht sich bezahlt, denn das Finanzamt erkennt die Gebühren, aber auch die Fahrt- und Hotelkosten an.

Tipp 6: Doppelte Haushaltsführung

Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt führen muss, kann Einrichtungs-, Miet- und Betriebskosten für die Zweitwohnung absetzen. Maximal werden 12.000 Euro pro Jahr anerkannt. Ist dieser Betrag noch nicht ausgeschöpft, dann könnten Sie eventuell noch eine Schreibtischlampe oder einen Teppich für die Zweitwohnung kaufen. Sie müssen lediglich beachten, dass jede Anschaffung maximal 487,90 Euro kosten darf, damit der volle Betrag anerkannt wird.

Tipp 7: Riester-Verträge

Ein Riester-Vertrag lohnt sich steuerlich. Wer jetzt noch einen Vertrag abschließt, spart bis zu 882 Euro Einkommensteuer (Alleinstehender Arbeitnehmer mit Kind), da der Beitrag als Sonderausgabe angerechnet wird, so Finanztest. Allerdings ist nicht jeder angebotene Riester-Vertrag wirklich vorteilhaft. Informieren Sie sich gründlich!

Tipp 8: Firmenrenten

Bis zu 2.856 Euro Lohn werden pro Jahr als steuer- und sozialabgabenfrei anerkannt. Wenn Sie mit dem Chef jetzt sprechen, dann können Sie zum Beispiel den vollen Dezemberlohn - brutto für netto - für die geförderte betriebliche Altersversorgung nutzen. Sie haben darauf einen Anspruch. Klingt das nicht interessant?

Tipp 9: Arbeitsmittel

Wenn Sie für Ihre Arbeit auch zuhause einen Computer brauchen, können Sie den Kaufpreis für den Rechner vom zu versteuernden Einkommen absetzen. Das Gleiche gilt für den Bürostuhl, den Schreibtisch oder die Aktentasche. In voller Höhe und sofort werden allerdings nur Gegenstände bis maximal 487,90 Euro anerkannt. Kostet das Notebook etwa 600 Euro und die Rechnung datiert von November, dann geht das Finanzamt von drei Jahren Nutzungsdauer aus und rechnet 600:3=200. Und diese 200 Euro werden auch noch für 2014 auf zwei Monate (November und Dezember) runtergerechnet, so dass lediglich 33,33 Euro Werbungskosten angerechnet werden.

Tipp 10: Freistellungsaufträge

Es ist außerdem sinnvoll, zum Jahresende einmal die Freistellungsaufträge durchzugehen. Manche Geldanlagen können ausgelaufen sein. Dann macht die Freistellung keinen Sinn mehr und könnte anderweitig eingesetzt werden. Ein Alleinstehender darf Kapitalerträge bis 801 Euro pro Jahr unversteuert genießen. Bei Verheirateten ist es das Doppelte.