2019 M03 14 - 17:36 Uhr

Im Video: Irina erzählt von Horror-Erlebnissen

"Ich bin Pflegekraft - und ich arbeite illegal in Deutschland!" Eine polnische Altenpflegerin spricht im exklusiven RTL-Interview über ihr Leben. Sie ist eine von mehr als einer halben Million Helfern aus dem Ausland, die sich in Deutschland ohne echten Arbeitsvertrag um unsere Eltern und Großeltern kümmern. Im Video erzählt sie von den Horror-Erlebnissen während der Arbeit.

"Die Polizei kann nichts machen"

Irina* hat keine Arbeitserlaubnis, ist nicht versichert, zahlt weder Steuern noch Sozialabgaben. Die Polin arbeitet seit 18 Jahren schwarz als Altenpflegerin in Deutschland. Kein Einzelfall. Es ist eine Schattenwirtschaft, von der die Politik weiß, mit der sie kalkuliert. "Ohne Beweis, dass wir bezahlt sind, kann die Polizei oder der Zoll auch nichts machen", sagt Irina.

Die junge Frau arbeitet im 24-Stunden-Dienst. Bei einigen Familien durfte sie nicht einmal eine Pause machen. Sie macht das für ihre Tochter, weil sie in Polen keinen Job hatte. Auch wenn sie schon viel Schlimmes erlebt hat, würde sie es immer wieder machen.

Sie verdient nur 800 Euro im Monat

Ohne die illegalen Pflegekräfte würde wohl unser Pflegesystem zusammenbrechen. Sie werden gebraucht und somit geduldet. Sie zu legalisieren? Zu teuer. Über 250.000 Stellen müsste der Staat schaffen, dafür fehlt das Geld. Zudem beträgt die reine Arbeitszeit einer häuslichen Pflegekraft 6,75 Stunden. Benötigt wird eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Legal ist für die meisten Familien zu teuer. Irina verdient 800 Euro im Monat.

Wie Sie eine Pflegekraft aus dem EU-Ausland richtig anheuern, erfahren Sie hier!

*Name von der Redaktion geändert