2019 M02 6 - 15:18 Uhr

Wie sicher sind die Akkus?

Ein neuer Fall von Akku-Explosion in einer E-Zigarette, bei der in den USA ein junger Mann ums Leben kam, wirft wieder die Frage auf: Wie sicher oder unsicher sind die Akkus der E-Zigaretten? Kann so etwas auch in Deutschland passieren? Wir haben mit VapeShop-Inhaber Christian Tänzer darüber gesprochen, was bei der Handhabung von E-Zigaretten-Akkus zu beachten ist.

Hohes Risiko bei unsachgemäßer Behandlung

Handys, Laptops, E-Zigaretten, ja sogar E-Autos: Wie fast alle wiederaufladbaren Geräte heutzutage verwenden auch E-Zigaretten, ob nun als herausnehmbare Batterie oder fest im Gerät verbaut, die Lithium-Ionen-Technologie. Diese sogenannten Li-Ion-Akkus haben eine hohe Energiedichte - das heißt: sehr viel Energie ist auf engstem Raum gespeichert. Das macht diese Akkus auch so brenzlig: Wenn sie unsachgemäß benutzt werden, können sie explosiv entgasen. Und dabei können blitzartig Feuerbälle mit Temperaturen von bis zu 650 ° C entstehen.

Neun Regeln für die sichere Handhabung von E-Zigaretten-Akkus

  • Keine Lagerung in der Sonne, keiner Hitze aussetzen
  • Batterien dürfen nicht kurzgeschlossen werden
  • Nur Ladegeräte mit Überladungs-Schutzprogramm benutzen
  • Schutzhülle der Batterie sollte stets intakt sein
  • Batterien immer in Schutzhüllen transportieren
  • Mechanische Stöße und Beschädigungen vermeiden
  • Beschädigte Akkus sachgerecht entsorgen!
  • Als Laie nur geregelte Akku-Träger benutzen
  • Finger weg von Schnäppchen-Akkus, nur Marken-Akkus kaufen: Panasonic, Sony, LG u.a. sind vertrauenswürdige Hersteller

Das müssen Sie beachten!

Lithium-Ionen-Akkus dürfen nicht komplett entladen und nicht überladen werden. "Bei eingebauten Akkus sorgt ein integrierter Kontrollchip dafür, dass das nicht passieren kann. Bei herausnehmbaren Akkus - meist Typ 18650 - ist es daher wichtig, auschließlich Ladegeräte mit Ladekontrollfunktion zu benutzen", sagt Christian Tänzer von Libacco. Die brechen den Ladevorgang automatisch ab, wenn die Zellen den idealen Ladezustand haben.

Die meist aus einer Plastik-Folie bestehende Schutzschicht der Akkus muss stets intakt sein, die Akkus sollten keinen Stößen ausgesetzt werden. Ist die Folie beschädigt, kann es durch Münzen oder Büroklammern oder ähnliches in der Hosentasche zu Kurzschlüssen kommen - Akkus daher, wenn sie außerhalb des Gerätes sind, sicherheitshalber immer in Batterieboxen transportieren. Akkus sollten nicht in der Sonne gelagert werden und dürfen keinerlei Flüssigkeiten ausgesetzt werden.

Immer geregelte Akkuträger verwenden

Für Dampfer gilt, so Christian Tänzer: Lassen Sie sich im Shop beraten! Denn wenn Sie ein Gerät mit herausnehmbaren Akkus erwerben wollen, kann der Händler Ihnen auf jeden Fall geeignete Akkus und sicheres Ladematerial empfehlen. Ihr Akku-Träger sollte auf jedenfall geregelt sein: Ein Chip und eine Software sorgen dafür, dass nie mehr "Saft" abgegeben wird, als nötig und das auch nicht zu lange. Die meisten geregelten Akkus unterbrechen die Abgabe von Strom nach 10 Sekunden. Außerdem kann der Akku durch die Kontrollchip auch nicht zu sehr, also tief entladen.

Auch auf die richtige Ampere-Stärke kommt es an: Der maximale Entlade-Strom muss zur Wattstärke passen, die der Dampfer gerne benutzt. Wer Spaß an großen Dampfwolken hat, muss also darauf achten, dass der Akku genügend Ampere liefert. "Auch da", so Tänzer, "macht eine solide Beratung im Dampfershop definitiv Sinn!"

Denn eine zu schnelle, intensive Entladung stellt ebenfalls ein Risiko dar. Von sogenannten ungeregelten "Mods", so nennen Dampfer die Akkuträger ohne Steuerung, sollte daher jeder, der die Ohmschen Gesetze nicht im Halbschlaf aufsagen kann, dringend die Finger lassen!