Offener Brief

Duffy entsetzt: Netflix-Film „'365 Tage' verherrlicht Vergewaltigung “

Sängerin Duffy enthüllte Details ihres Vergewaltigungs-Martyriums.
© Duffy Instagram

04. Juli 2020 - 11:14 Uhr

Duffy richtet einen offenen Brief an die Verantwortlichen für „365 Tage“

Im Februar 2020 machte Duffy öffentlich, warum sie sich jahrelang aus der Öffentlichkeit zurück gezogen hatte: Die Sängerin war entführt, unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden. Um so erschreckender ist für sie, dass im Film "365 Tage" das ganz ähnliche Schicksal der Protagonistin als sexy Liebesgeschichte dargestellt wird. Duffy hat sich deshalb jetzt mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen gewandt.

Duffy: „Als ich selbst entführt und vergewaltigt wurde, bin ich gerade nochmal davon gekommen“

Der britischen Zeitung "The Sun" liegt Duffys offener Brief an den Netflix-CEO Reed Hastings vor. Darin schreibt die Sängerin, dass sie als Vergewaltigungsopfer, das gegen seinen Willen verschleppt und gefangen gehalten wurde, absolut nicht nachvollziehen könne, wieso ein solcher Film ausgestrahlt werde. In "365 Tage" wird die Hauptdarstellerin Laura gegen ihren Willen vom Millionär Massimo gefangen gehalten. Mit dem Ziel, dass sie sich innerhalb von 365 Tagen in ihn verliebt. Bis dahin gibt es diverse Filmszenen mit S/M-Spielchen und erzwungenen sexuellen Handlungen.

"'365 Tage' verherrlicht Sex Trafficking, Entführung und Vergewaltigung von Frauen. Das sollte nicht als Unterhaltungsprogramm dienen. (...) Es macht mich traurig, dass Netflix einem solchen Film, der Kidnapping erotisiert und sexuelle Gewalt verzerrt darstellt, eine Plattform bietet", schreibt Duffy. Sie ist geschockt darüber, dass weibliche Fans den Hauptdarsteller Michele Morrone darum bitten, sie zu entführen. "Als ich selbst entführt und vergewaltigt wurde, bin ich gerade nochmal davon gekommen. Viele hatten dieses Glück nicht. Und nun muss ich diese Tragödie, meine Tragödie, erotisiert und verharmlost anschauen."

Duffy wünscht sich von Netflix und den Machern von "365 Tage", dass Geld und Talent lieber in Produktionen gesteckt werden sollten, die über sexuelle Gewalt aufklären. Und sie wendet sich  auch an die Zuschauer, die sich den Film angeguckt haben. Sie bittet sie eindringlich, sich von der glamourös weichgezeichneten Darstellung im Film nicht täuschen zu lassen und sich schlau zu machen über Sex Trafficking und sexuelle Ausbeutung.

Im Video: Duffys schockierendes Schicksal