Angebliches Drama beim Kölner Vorsingen

Behinderter Kandidat beim DSDS-Casting verspottet? Das sagt RTL zu den Vorwürfen

RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar"
© dpa, Henning Kaiser, hka tmk cpi sab kde

20. Juli 2020 - 8:25 Uhr

RTL weist Vorwürfe des Vaters entschieden zurück

Aktuell laufen die Castings für die 18. Staffel von "Deutschland sucht den Superstar". In der BILD erhebt der Vater eines Bewerbers schwere Vorwürfe gegen RTL und die Produktionsfirma der beliebten Show. Sein geistig behinderter Sohn Alexander (23) sei beim DSDS-Casting in Köln angeblich ausgelacht und verspottet worden. "Man hat mich nur beschimpft, was ich mir einbilde und weggeschickt", zitiert BILD den 23-Jährigen aus Kiel. Sein Vater Hinrich Preisner berichtet, sein Sohn habe nach dem Vorfall tagelang geweint und sich in seinem Zimmer eingeschlossen: "Was man mit ihm gemacht hat, ist unmenschlich und würdelos. Ich bin empört, dass RTL so etwas zulässt."
Diese Behauptungen entsprechen nicht der Wahrheit und werden von uns im Folgenden nicht nur deutlich zurückgewiesen, sondern auch korrigiert.

„Inkompetete Jury und unmenschliche Behandlung“? Absolut falsch!

Möglicherweise hoffte Kandidat Alexander Wilhelm mit seinem Vater die bekannte TV-Jury um Dieter Bohlen persönlich beim Vor-Casting zu DSDS in Köln anzutreffen. "Mir wurde am Telefon gesagt, dass mein Sohn auf jeden Fall weiterkommt, er aber noch mal pro Forma vor einer Jury singen müsse. Dann haben wir uns von Kiel nach Köln aufgemacht", sagt Preisner der BILD.
Fakt ist, dass RTL keinem Kandidaten vorher zusagt, dass er oder sie weiterkommt und vor der TV-Jury singen wird. JEDER und JEDE muss sich der Vorjury stellen. Telefonische Versprechen geben wir nicht ab.

Die Vorjury in Köln sei laut Preisner unqualifiziert gewesen: "Fünf ca. 20-jährige Mädchen und ein Junge" hätten angeblich über das Gesangstalent seines Sohnes geurteilt. "Wie können ein paar junge Mädchen Musik-Expertinnen sein und über seine Zukunft entscheiden? Diese Jury war überhaupt nicht kompetent!" lautet der Vorwurf. 

Richtig ist: Im Casting-Raum in Köln waren 5 Männer und 2 Frauen. Einer davon der Executive Producer der Produktionsfirma UFA und RTL. Die jüngste Frau im Raum war 30 Jahre alt.

Alexander wollte unbedingt vor Poptitan Dieter Bohlen singen. Aber: "Man hat mich nur beschimpft, was ich mir einbilde und weggeschickt." Einer weiteren Bewerberin sei es auch so ergangen, ergänzt sein Vater: "Das Gleiche passierte einem etwas korpulenten Mädchen, die nach ihrem Vortrag in Tränen aufgelöst vor Alexander aus dem Casting kam und mir erzählte, dass man nur über sie gelacht hätte." Alexander sei ebenfalls völlig verstört und weinend aus dem Raum gekommen. "Er erzählte, dass die Jury ihn während seines Vortrags ausgelacht hätte. Sie hätten ihm gesagt, er sänge zu leise und er wäre durchgefallen", zitiert ihn die BILD. 

Auch diesen Vorwurf weisen wir entschieden zurück. Der junge Mann wurde – wie jeder Kandidat bei DSDS – respektvoll behandelt. Richtig ist auch, dass nicht jeder Bewerber eine Runde weiterkommen kann. Dass Alexander enttäuscht ist, in der nächsten Runde nicht mehr dabei zu sein, können wir verstehen. Ein "Nicht Weiterkommen" gehört bei DSDS seit Jahren zum Wettbewerb.

Natürlich ist Alexander herzlich eingeladen, ein weiteres Mal bei DSDS anzutreten: Er kann sich gerne wieder vorstellen. DSDS heißt jeden Sänger und jede Sängerin willkommen – auch jeden Wiederkehrer. Und dabei bekommt jeder die gleiche Chance die Vorjury zu überzeugen und anschließend vielleicht vor der bekannten TV-Jury zu performen.

Hier gibt es alle Infos zur Bewerbung bei "Deutschland sucht den Superstar" 2021.

„Deutschland sucht den Superstar“ auf TVNOW

2020 hat sich Ramon Roselly den Sieg bei "Deutschland sucht den Superstar geschnappt. Im Video zeigen wir nochmal die Highlights der diesjährigen Superstarsuche. Und es geht weiter: Die 18. DSDS-Staffel zeigen wir 2021 bei RTL. Auf TVNOW können sich alle Fans bis dahin die vergangenen Staffeln online anschauen.