14. Mai 2019 - 16:36 Uhr

Doulas stehen Schwangeren emotional zur Seite

Wer kennt sie nicht: Die Szene einer im Kreißsaal Frau, die in den Wehen liegt, presst, schreit, flucht und die Hand ihres leichenblassen Partners zerquetscht. Für dieses Wunder des Lebens gibt es zum Glück viel Unterstützung von Ärzten und Hebammen. Aber es gibt auch jemanden, der das leistet, was alle anderen nicht können - Doulas. Prominente Damen wie Herzogin Meghan und US-Komikerin Amy Schumer vertrauen auf Sie. Wie ihr Job aussieht, verraten wir hier.

Früher war es die Oma, heute die Doula

Eine Doula (altgriechisch: Dienerin) ist eine Frau, die selbst Kinder geboren hat und schwangeren Frauen emotional zur Seite steht - vor, während und nach der Geburt.

Was früher die Rolle der weisen, lebenserfahrenen Großmutter, Tante, Mutter, Freundin war, übernimmt heute die Doula. Sie bewahrt im Geburtsmoment die Ruhe, kooperiert mit der Hebamme, kümmert sich um den werdenden Vater. Doch vor allem schenkt sie ihre volle Aufmerksamkeit der Gebärenden. Im Gegensatz zu einer Hebamme, die mitunter alle Hände voll zu tun hat. Die Aufgaben einer Hebamme bei der Geburt, haben wir für Sie im Video zusammengefasst.

Eine Doula als Vertrauensperson

Die Idee des Doula-Dienstes stammt aus den USA und entstand dort aufgrund eines Hebammenmangels. Doulas ersetzen zwar medizinisch keine Hebamme, übernehmen aber die Rolle einer Vertrauensperson. Werdende Mütter sollen von der Erfahrung einer Doula profitieren, ihnen ihre Ängste mitteilen und diese mit ihrem Zuspruch und mithilfe bestimmter Entspannungstechniken abbauen können.

Bei der Geburt soll die entstandene Bindung "nachweislich einen positiven Effekt auf das Schmerzempfinden haben und den Einsatz von Medikamenten und sogar Kaiserschnitten reduzieren", beschreibt die "Doulas in Deutschland e.V." die Arbeit.

Kosten einer Doula

Für Frauen in schwierigen finanziellen Verhältnissen kann der Verein "Doulas in Deutschland e. V." die Kosten tragen. Für alle anderen stellt eine Doula für die gesamte Betreuungszeit einen Betrag in Höhe von 400 bis 600 Euro in Rechnung. Enthalten sind darin 2-3 Vortreffen, eine 14-tägige Rufbereitschaft vor und nach dem Geburtstermin und die Einsatzbereitschaft ab der ersten Wehe bis zum Ende der Geburt.