Angstkultur durch Hörmann?

Anonyme Mail erschüttert den DOSB

Heftig angezählt: Alfons Hörmann.
Heftig angezählt: Alfons Hörmann.
© dpa, Ina Fassbender, htf

07. Mai 2021 - 13:29 Uhr

Heftige Kritik an Führungsstil für Alfons Hörmann

Ein anonym gesendeter Offener Brief im Namen von Mitarbeitern des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sorgt für Wirbel beim Dachverband. In dem an Präsidium, Vorstand und Betriebsrat gerichteten Schreiben wird unter anderen der Führungsstil und das Verhalten von DOSB-Präsident Alfons Hörmann scharf kritisiert. Außerdem werden Interna und Vorgänge im Dachverband beschrieben und angeprangert.

"Es braucht Veränderung! So kann es nicht weitergehen!"

"Wir bestätigen den Eingang einer anonymen Mail, die von einem Fake-Mail-Account versandt wurde", hieß es in einer Stellungnahme des DOSB. "Von den im Adressatenkreis angesprochenen Mitgliedern des Vorstandes und des Präsidiums haben nur einige dieses anonyme Schreiben erhalten. Wir werden die Hintergründe prüfen."

Am Abend kündigte Hörmann eine schnelle Aufklärung an. "In den letzten Stunden haben sich zahlreiche Führungskräfte und Mitarbeiter deutlich von diesem Stil und den Inhalten distanziert. Auch seitens der Führungsgremien wird es zeitnah entsprechende Klarstellungen dazu geben", sagte der DOSB-Chef der in Kempten erscheinenden "Allgäuer Zeitung".

Dem offenen Brief zufolge haben sich ein Drittel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DOSB vorher ausgetauscht, ehe das Schreiben verschickt wurde. Unter anderem wird mit Verweis auf vergangene Vorkommnisse eine "Kultur der Angst" im Verband angeprangert und das angebliche Fehlen von Respekt und Fairplay in den Führungsgremien beklagt. Der Brief schließt mit den Worten: "Es braucht Veränderung! Vor allem aber braucht es eine neue Kultur innerhalb des DOSB. So kann es nicht weitergehen!"

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"Herr Hörmann sollte umgehend zurücktreten!"

Und so wächst der Druck auf den Chef. "Herr Hörmann sollte umgehend zurücktreten und den Weg für eine Neuwahl frei machen", sagte Stefan Klett, Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, der Sportschau: "Der gemeinnützige deutsche Sport braucht Vertrauen, Transparenz und Menschlichkeit in der Pandemiezeit und einen Präsidenten, der seinen Mitgliedsorganisationen und der Basis aktiv zuhört, statt sie zu ignorieren."

"Nach der desaströsen wiederholten Olympiapleite, dem zerschnittenen Tischtuch mit dem IOC, dem Dilettantismus im Umgang mit der Einwirkung auf das Impfschutzgesetz bringt dieser Vorgang das Fass zum Überlaufen. Sein mangelnder Respekt vor den Mitarbeiter*innen und gleichsam der Breitensportbasis in den Sportvereinen schadet den wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben des DOSB", ergänzte Klett, dessen Verband mit rund fünf Millionen Mitgliedern der größte Landessportbund und die drittgrößte von rund 100 Mitgliedsorganisationen im DOSB ist.

Hörmann selbst weilte am Donnerstag bei der Präsentation der Olympia-Outfits in Düsseldorf und äußerte sich zunächst nicht.

TNO/DPA/SID

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