2019 M01 30 - 15:41 Uhr

Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke teilt aus

Die Debatte zum Thema Doping wird in Deutschland überwiegend von Enthüllungen über russisches Staats-Doping bestimmt. Für Doping-Forscher Werner Franke die reine Heuchelei.

Franke: "Russen-Bashing" total daneben

Es sei "besonders grotesk", wenn in Deutschland "Russen-Bashing stattfindet", sagte Franke vor der Bundespressekonferenz in Berlin. Das "Allerschlimmste" sei, wenn im Fernsehen ehemals gedopte Sportler über russische Athleten herziehen würden. Im Visier des 78-Jährigen: Kristin Otto, ZDF-Moderatorin und mit sechs Olympischen Gold-Medaillen für die DDR die erfolgreichste deutsche Schwimmerin aller Zeiten. Otto habe "gedopt wie eine Sau", polterte Franke.

Die heute 52-jährige Otto bestreitet seit Jahren, im Rahmen des DDR-Zwangsdoping-Systems wissentlich gedopt zu haben.

Doping-System auch im Westen

Die ZDF-Sportmoderatorin und frühere Schwimmerin Kristin Otto trifft am Samstag (02.02.2008) auf dem 38. "Ball des Sports" in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen ein. Mehr als 1800 geladene Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur kommen hier un
Kristin Otto bestreitet, je wissentlich gedopt zu haben
© dpa, A3471 Boris Roessler

Für Franke spielen Eiserner Vorhang und Mauer in der deutschen Doping-Aufklärung keine besondere Rolle. "Es gab auch im Westen ein System, in dieses System war das Innenministerium persönlich involviert", sagte Franke. Er verwies außerdem auf die Freiburger Sportmedizin. Dort hatten deutsche Rad-Stars wie Jan Ullrich jahrelang illegale Substanzen erhalten.

Franke äußerte sich Berlin vor der Bundespressekonferenz, weil dort die Politik des Vereins Dopingopferhilfe (DOH) diskutiert wurde.