Seepferdchen, Farbenmonster und ein Toleranz-Schatz

Die Vorleser: 3 Kinderbuch-Tipps von Regenbogenfamilien-Blogger Papapi

René und Kevin Silvergieter Hoogstad bloggen als "Papapi" über ihren Alltag als Regenbogenfamilie.
© Cindy u. Kay Fotografie

12. Juni 2020 - 9:33 Uhr

Auch eine Formel für Glück: Vater, Vater, Kinder

Vater, Mutter, Kind – so definieren viele Familie. Dass Familie heute auch anders geht, zeigen Kevin und René Silvergieter Hoogstad. Ihre Formel für Glück lautet: Vater, Vater, Kinder. Die beiden leben als homosexuelles Paar mit einem Pflege-Sohn (8) und einer Pflege-Tochter (2) in der Nähe von Frankfurt. "Regenbogenfamilie" lautet der moderne Begriff für diese Form des Zusammenseins, über die Kevin Silvergieter auf seinem Blog "Papapi" schreibt. Sein Ziel: Vorurteile abbauen. Scheint zu klappen, denn aktuell ist die "Papapi"-Familie auf dem Cover der Väter-Zeitschrift "Men's Health Dad" zu sehen und ihr Instagram-Kanal hat über 90.000 Follower. Ein weiteres Highlight: Am 16. Juni erscheint ihr Buch "Papa, Papi, Kind"* 🛒. Mit Literatur kennen sie sich also auch aus! Für Teil 2 unserer neuen Reihe "Die Vorleser" stellen Kevin und René die liebsten Kinderbücher ihrer Regenbogen-Family vor.

» Teil 1 der Vorleser-Reihe: 3 Kinderbuch-Tipps von RTL-Moderatorin Eva Imhof

"Bücher haben durch unseren Sohn eine ganz neue Bedeutung bekommen“

"Kevin und ich sind beide seit unserer Kindheit leidenschaftliche Leser", sagt René Silvergieter, der als Flugbegleiter arbeitet. "Mit den vielen Zeitverschiebungen hat man manchmal Probleme beim Einschlafen. Deshalb ist es für mich schon lange zum Ritual geworden, immer vor dem Einschlafen zu lesen. Bücher haben durch unseren Sohn aber auch eine ganz neue Bedeutung bekommen." Als der Junge mit dreieinhalb Jahren zu den Silvergieters kam, konnte er noch nicht sprechen. Kein Wort. Aber er war Feuer und Flamme für Bücher. "Wir mussten ein Buch meist drei bis fünfmal hintereinander lesen, weil er es nochmal und nochmal hören wollte. Und wir waren sicher, dass es seinen Wortschatz und seine Sprachfindung fördern würde", erzählt René.

Heute wird bei der Papapi-Familie über den Tag verteilt ständig und immer wieder mit den Kindern gelesen. "Auch auf Autofahrten läuft bei uns kein Tablet mit Filmen, sondern die Kinder schauen sich auf der Rückbank Bücher an. Sie lieben es beide."

Ein besonderes Vorlese-Ritual? Das Zubettgehen. "Für unsere Zweijährige gibt es viele schöne kleine Bücher, unser achtjähriger Sohn verfolgt schon mit Spannung Bücher mit Fortsetzungen. Hier ist es eine tolle Übung, den Hergang der Geschichte vom Vorabend noch einmal zu wiederholen. Eine gute Gedächtnisübung – und auch Wortschatz und Grammatik werden gefördert", sagt René. Die folgenden drei Bücher haben den Silvergieters in der letzten Zeit besondere Freude bereitet.

Tipp 1: "Seepferdchen sind ausverkauft" von Constanze Spengler

Ein herrliches Buch voller Leichtigkeit, die sich in den Bildern widerspiegelt. Papa hat keine Zeit zu spielen. Das Kind beschäftigt sich selbst und überredet Papa, sich in der Zoohandlung eine Maus anschaffen zu dürfen. Die hat sich am nächsten Tag so gut versteckt, dass ein Hund her muss, um sie zu suchen. Der wiederum braucht am nächsten Tag Hilfe beim Toilettengang. Wie viele weitere Tiere noch einziehen, welche Späße und Spiele sie gemeinsam erleben und wann Papa das bei all seiner Arbeit überhaupt bemerkt, bleibt die spannende Frage. Eine liebevolle Geschichte - ohne erhobenen Zeigefinger, stattdessen mit viel Raum für Freiheit und Entfaltung.

Tipp 2: "Das Farbenmonster" von Anna Llenas

Als normales Lesebuch* zu haben und auch als ein großartiges Pop-Up-Buch*. Es handelt von Gefühlen und davon, wie durcheinander sie uns machen können. Wie soll man sie beschreiben, wie sie sortieren, wie sie benennen? Dabei helfen die mit liebevollen Details gestalteten Bilder. Ein Buch, das eine Hilfe zum Austausch mit unseren Kleinen gibt und eine Grundlage für starke Kinder schafft, die ihre Gefühle benennen und auch vertreten dürfen. Und uns Eltern die Chance gibt, respektvoll damit umzugehen und unsere Kinder wahr- und ernst zu nehmen.

Tipp 3: "Ich bin anders als Du - Ich bin wie Du" von Constanze von Kitzing

Ein kleines, vermeintlich einfaches Bilderbuch, das sehr viel wertvolles zum Thema Toleranz transportiert. Auch hier kein mahnender Zeigefinger. Sondern das Spiel mit Erwartungen und Verwunderung und einer Vielzahl von Überraschungsmomenten zum Thema "Was ist anders, was ist gleich und – was ist wirklich wichtig?" Dabei werden viel mehr Ebenen berührt als "nur" z.B. die Frage der Hautfarbe, wie sie gerade eben ein großes Thema ist. Ein Buch, dass Offenheit, Toleranz und Neugier anbietet und für die Entwicklung unserer Kinder einen wahren Schatz bietet.

Das "Papapi"-Buch: Worum es geht - und wie Regenbogenfamilie geht

Das sympathische Paar erzählt in "Papa, Papi, Kind" von seinen schwierigsten Momenten, dem turbulenten Alltag, von Vorurteilen, denen die Regenbogenfamilie begegnet. Vor allem aber vom großen Glück zu viert. Egal, wer nun Papa, Papi oder Mama ist, Kevin und René sind stolze Eltern, die zeigen, dass Familie in allen Farben schillern kann. Das Buch erscheint am 16. Juni im mvg-Verlag, ist aber vorbestellbar.

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