Ex-Präsident verdingt sich als Kriminal-Autor

Die Tochter des Präsidenten: Thriller von Bill Clinton und James Patterson

Thriller von James Patterson und Bill Clinton: Die Tochter des Präsidenten
Thriller von James Patterson und Bill Clinton: Die Tochter des Präsidenten
Harper Collins

von Tobias Elsaesser

Die Präsidentschaft des Bill Clinton ist seit einigen Jahren Geschichte. Doch hat er in seinen acht Amtsjahren und in der Zeit danach, als seine Frau ins Rampenlicht trat und erfolglos um den Einzug ins Weiße Haus kämpfte, sicherlich einiges Erzählenswertes erlebt. Clinton weiß, wie es an den Schalthebeln der Macht abläuft und was hinter den Kulissen dieser gewaltigen Bühne vor sich geht. Was an die Öffentlichkeit gerät und was im Verborgenen bleibt. Clinton ist ein absoluter Polit-Profi. Bestsellerautor James Patterson hingegen ist ein absoluter Profi, was das Erzählen spannender Geschichten angeht. Zum zweiten Mal tun sich die beiden nun mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen zusammen und servieren uns den Thriller „Die Tochter des Präsidenten“*. Was kann also schiefgehen? Nicht viel, jedenfalls wenn man einen spannenden, schnell erzählten Thriller erwartet.

Worum geht’s?

Eine verpatzte Mission gegen den Terroristen Asim al-Aschid kostet den ehemaligen Navy SEAL Matthew Keating die Präsidentschaft. Nach Keatings Auszug aus dem Weißen Haus beginnt al-Aschid, seine lang gehegten Rachepläne gegen Keating in die Tat umzusetzen und entführt dessen Tochter. Bald merkt Keating, dass er sich im Kampf um die Freilassung seiner Tochter nicht auf seine Nachfolgerin im Weißen Haus verlassen kann, wohl aber auf seine Fähigkeiten als Navy SEAL und seine Verbindungen zu seinen alten Kameraden. Kann er seine Tochter retten?

Viel Action, wenig Überraschendes

Der Fokus der Geschichte liegt auf Tempo und Action. Gesteigert wird beides durch die Erzählweise. Ein Teil der Geschichte wird in der dritten Person erzählt, doch immer, wenn der Ex-Präsident in das Geschehen eingreift, schwenken Clinton und Patterson um auf die „Ich-Erzählung“ und die Geschehnisse werden direkt aus Keatings Perspektive geschildert.

Wer sich überraschende Wendungen erhofft, wird enttäuscht, im Grunde ist die Geschichte vorhersehbar. Das kann man zwar einerseits kritisieren, andererseits muss man auch so ehrlich sein und sich die Frage stellen, was man erwartet, wenn man zu einem Thriller in dieser Art greift: Im Grunde wartet man die ganze Zeit darauf, dass dem früheren Navy SEAL endlich der Geduldsfaden reißt, dass der Präsident zum Cowboy wird und loszieht, um die Sache auf seine Art zu regeln. Und dieses Warten wird belohnt. Bei diesem Buch geht es um Tempo und Action, und beides gibt es satt.

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