Nach Giftanschlag auf Rasen in Dessau

RB Leipzig darf plötzlich im eigenen Stadion gegen FC Teutonia Ottensen spielen

RB Leipzig - 1.FC Koeln / 13.08.2022 Leipzig, 13.08.2022, Red Bull Arena, Fussball, Bundesliga, 2. Spieltag , RB Leipzig vs. 1.FC Köln 2:2 1:1 , Leipzig, 13.08.2022, Red Bull Arena, Fussball, Bundesliga, 2. Spieltag , RB Leipzig vs. 1.FC Köln 2:2 1:1
Wie die Jungfrau zum Kind kommt RB Leipzig in der zweiten Runde des DFB-Pokal zu einem Heimspiel.
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Erst fand der FC Teutonia Ottensen niemanden, der ihnen für sein Erstrunden-Match im DFB-Pokal gegen den umstrittenen Club aus Leipzig ein Stadion zur Verfügung stellte. Der SV Dessau 05 erbarmte sich – nun wurde der Rasenplatz schwer beschädigt. Und das zwingt den DFB zu
ungewohnten Maßnahmen.

„Nach Abwägung aller Optionen die beste Lösung"

Der Hintergrund: Im vereinseigenen Stadion des Regionalligisten aus Hamburg wird auf Kunstrasen gekickt. Das entspricht nicht den DFB-Regularien. Da der Hamburger SV und der FC St. Pauli ihre Arenen nicht für ein Spiel gegen die Leipziger zur Verfügung stellen wollten, sollte es ins rund 350 Kilometer entfernte Paul-Greifzu-Stadion nach Dessau gehen. Doch Unbekannte machten den Platz mithilfe von giftigen Substanzen zu einem unbespielbaren Acker. Nun fordert der Titelverteidiger den Viertligisten in der heimischen Red Bull Arena heraus.

„Wir haben gemeinsam verschiedene Szenarien durchgespielt. Nach Abwägung aller Optionen ist das die beste Lösung“, erklärte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. Eine erneute Suche nach Ausweich-Standorten sei „nicht realistisch“. Immerhin steigt das Match schon am kommenden Dienstag.

Schaden im Paul-Greifzu-Stadion „zu groß“

An eine Neu-Verlegung des Rollrasens in Dessau war in der Kürze der Zeit ebenfalls nicht zu denken. „Zu groß ist der aktuelle Schaden auf dem Rasen“, erklärte Ralph Hirsch, Sportdirektor des Anhalt Sport e.V. „Das ist toter Rasen, der auch so schnell nicht mehr nachwächst“, verdeutlichte Benjamin Völker vom Referat Sportförderung der Stadt Dessau die Ausmaße der mutmaßlichen Protest-Aktion.

Die Partie fand nicht parallel zu den anderen Erstrunden-Partien Ende Juli statt, da die Leipziger als Titelverteidiger gegen den Deutschen Meister FC Bayern München um den Supercup spielten (3:5). Dass der Bundesligist nun auch noch Heimrecht genießt, stellt den Amateurverein aus Ottensen vor eine noch gewaltigere Aufgabe. (sid)