Der Fall Menowin

05. April 2010 - 10:30 Uhr

Knast oder Karriere?

Am Montag machte sich Menowin F. auf den Weg nach Hamburg, zu dem Termin, der darüber entscheiden könnte, wie und vor allem ob seine Superstar-Karriere weitergehen wird. Dieter Bohlen hatte den 18-Jährigen in die Hansestadt eingeladen, um sich selbst ein Bild von der Situation um ihn zu machen. Eine Chance - oder das endgültige Aus? "Ich möchte mit Dieter Bohlen reden und ihm sagen, dass mir Leid tut, was ich getan habe und dass ich mich geändert habe und diesen Weg jetzt gehen will", so Menowin. Dass er das Talent dazu hätte, bewies der Superstar-Anwärter wieder einmal eindrucksvoll beim Recall. Denn Trotz des Haftbefehls und des ausstehenden Gerichtstermins durfte er erst mal auftreten und kam in die nächste Runde: Mit dem Song "Gib mir nur eine Nacht" schaffte er es unter die letzten 60 Bewerber.

Doch Menowin bräuchte vermutlich mehr als nur eine Nacht, um die drei Jurymitglieder davon zu überzeugen, ihm eine weitere Chance zu geben. Die sind sich nämlich unsicher, ob so jemand wie Menowin überhaupt Superstar werden darf. Schließlich ist sein Strafregister für einen 18-Jährigen beachtlich. Dies reicht von Betrug, über Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes, bis hin zu Diebstahl. Das ist nicht gerade ein Vorbild für Teenies.

Polizeiliches Führungszeugnis fehlt

"Grundsätzlich bin ich immer sehr dafür jemandem eine zweite Chance zu geben. Aber er muss im Vorfeld beweisen, dass er es tatsächlich Ernst meint. Und ein Faktor für einen Superstar - den man wirklich fördern möchte - ist, dass er zuverlässig und ehrlich ist", so Sylvia Kollek. Und auch Mit-Juror Bohlen zweifelt nach dem Treffen mit Menowin: "Ich glaube nicht, dass ihm das alles so richtig Leid tut, was er da getan hat".

Am Mittwoch, den 07. Dezember, muss sich Menowin vor dem Richter verantworten. Aber selbst, wenn er den Richter und die Jury überzeugen kann, könnte seine kriminelle Vergangenheit das Weiterkommen bei DSDS verhindern. In den Richtlinien der Casting-Show ist nämlich festgelegt, dass nur gegen Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses das Erreichen der Endrunde möglich ist. Und genau dieses Zeugnis wurde der Redaktion von "Deutschland sucht den Superstar" bis heute nicht vorgelegt.