Die dunkle Seite des Internets

So funktioniert das Darknet

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3. Mai 2019 - 13:33 Uhr

Was ist das Darknet eigentlich?

Es ist ein riesiger Erfolg im Kampf gegen illegale Machenschaften im Netz: Europäische und amerikanische Behörden haben die zweitgrößte Handelsplattform im Darknet lahmgelegt, drei mutmaßliche Drahtzieher wurden in Deutschland festgenommen. Was ist das eigentlich für eine digitale Unterwelt, in der Menschen scheinbar unter dem Radar an illegale Waren wie Schusswaffen und Drogen kommen und selbst Kinderschänder freie Bahn haben?

Darknet: Die Definition

Der Name sagt es bereits: Das Darknet ist ein Teil des Internets, das vom normalen Nutzer abgeschirmt im Dunkeln liegt. Technisch gesehen sind das Webseiten, die allgemein nicht-indexiert und so nicht durch Suchmaschinen wie Google auffindbar sind. Laut der Forschungseinrichtung "National Science Foundation" sind das etwa 50.000 Webseiten.

Kann jeder ins Darknet?

Theoretisch kann jeder in das Darknet gelangen - durch einen bestimmten Browser. Viele nutzen statt Firefox, Google Chrome oder dem Internet-Explorer beispielsweise den Browser "TOR".

Wie funktioniert die Anonymisierung?

Die Abkürzung "TOR" steht für "The Onion Routing". Der Grund für das englische Wort für Zwiebel (onion) im Namen: Durch den Browser "TOR" können die Nutzer anonym durchs Netz surfen - durch Tausende Verschleierungsebenen. Die Software anonymisiert nämlich die eigenen Verbindungsdaten und wechselt ständig die IP-Adresse.

Wer nutzt das Darknet?

Nutzer des Darknets sind Menschen, die Anonymität wollen. Viele suchen dort beispielsweise nach Drogen, Waffen, Geldgeschäften oder illegaler Pornografie - darunter Videos von Vergewaltigungen, Sodomie und Pädophilie. Im Darknet werden sie in diesen Bereichen auch fündig. Bezahlt wird in der Regel mit Kryptowährungen wie Bitcoin.

Doch im Darknet sind nicht nur Kriminelle unterwegs. Auch vollkommen legale Webseiten haben TOR-Adressen, so zum Beispiel Facebook. Der Grund: Wird das soziale Netzwerk verschlüsselt, können es etwa Bürger oder Oppositionelle in autoritären Regimen aufrufen. Und zwar selbst dann, wenn die Regierung die Seite eigentlich zensiert. Facebook selbst erfährt zwar die Identität der Nutzer, die Verbindung kann aber von außen nicht eingesehen werden.

Darknet für die Meinungsfreiheit

Auch für Whistleblower ist das Darknet ein wichtiges Hilfsmittel: Journalisten des US-Magazins "The New Yorker" haben dort 2013 einen digitalen Briefkasten eingerichtet. So können ihnen anonyme Hinweise zugespielt werden. Mittlerweile nutzen auch der "Guardian", die 'Washington Post' und weitere Medien eine Seite im Darknet, um mit Informanten in Kontakt zu treten.

Das Darknet schützt also auch die Meinungsfreiheit. Und genau aus diesem Grund wurde es Anfang der 2000er Jahre ins Leben gerufen. Doch diese eigentlich positive Erfindung wird immer wieder missbraucht.