Echtes Foto oder Photoshop-Illusion?

Das bekannteste Hintergrundbild der Welt: So entstand die "Windows-Wiese"

"Bliss" ist das berühmteste Hintergrundbild der Welt
© Microsoft

02. November 2020 - 11:31 Uhr

Das steckt hinter der Entstehungsgeschichte

Windows XP Nutzer werden sich noch an das berühmte Standard-Hintergrundbild erinnern: die saftig grüne Wiese mit dem strahlend blauen Hintergrund. Doch handelte es sich tatsächlich um ein reales Foto? Oder nur um eine Photoshop-Illusion?

So entstand das bekannteste Hintergrundbild der Welt

2001 kam das Betriebssystem Windows XP auf den Markt – und mit ihm die weltberühmte Wiese. "Bliss" nannte Microsoft den Standard-Wallpaper, der auf unzähligen Rechnern eingestellt zu sehen war. In vielen deutschen Versionen trug es allerdings den Namen "Grüne Idylle". Rund eine Milliarde Nutzer und Nutzerinnen, so schätzt man, haben das Landschaftsbild gesehen. Damit gehört es wohl zu einem der meist angesehenen Bildern der Welt!

Doch die wenigsten werden gewusst haben, woher das Bild stammt. So viel vorab: Tatsächlich handelt es sich um einen Schnappschuss, der kaum bearbeitet worden ist. Nur bei dem Grünton wurde angeblich etwas mit Photoshop nachgeholfen.

Das Motiv ist reiner Zufall

Aufgenommen wurde das Foto im Januar 1998 nördlich von San Francisco in den USA. Der ehemalige National Geographic-Fotografen Charles O'Rear war, wie jeden Freitagnachmittag, auf dem Weg zu seiner Freundin. Eigentlich passiert er auf dem Weg dorthin einen Weinberg nach dem anderen. Doch plötzlich sah er diesen einen freien Hügel, hielt an und knipste mit seiner analogen Spiegelreflexkamera einfach drauf los. Weil zu dem Zeitpunkt Schädlinge auf den Weinberg bekämpft wurden, waren keine Weinstöcke zu sehen. Später lud er das Foto auf der Stockfoto-Seite "Corbis" hoch, die wie es der Zufall so will, von Bill Gates gegründet worden war.

Knapp zwei Jahre später rief das Microsoft Unternehmen den Fotografen an. Man würde das Landschaftsbild gerne als Standard-Hintergrund für das neue Betriebssystem benutzten und ihm die Bildrechte abkaufen. Der Rest ist Geschichte.

Vor 25 Jahren kam Windows 95 auf den Markt und gab damit den Startschuss frei für Computer im Privathaushalt. Die ganze Geschichte lesen Sie hier. 

Charles musste eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben

Wie viel Geld der Fotograf für das Bild bekam, ist nicht bekannt. Laut Charles ist es aber der zweithöchste Preis, der je an einen noch lebenden Fotografen gezahlt wurde. Nur ein Foto des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, auf dem er seine damalige Affäre Monica Lewinsky umarmt, sei noch teurer gewesen. Charles selbst bezog nur wenige Jahre, nachdem er das Foto geknipst hatte, ein Haus in der Gegend. Er lebt auch heute noch dort, gemeinsam mit seiner damaligen Freundin, die mittlerweile seine Frau ist.

Übrigens: Wer wissen will, wie der berühmte Hügel heute aussieht, muss dafür nicht extra bis nach Amerika reisen. Einfach "Bliss Windows XP" bei Google Street View eingeben - und schon kann man die Landschaft auch virtuell bestaunen.