Von Sicherheitsdienst abgewiesen

Wegen Coronavirus-Gefahr: Junge Mutter darf nicht mit Kinderwagen in Aldi-Filiale

In einigen Filialen von Aldi Süd ist nur der Eintritt mit Einkaufswagen erlaubt. Eine junge Mutter mit Buggy wurde jetzt von einem Sicherheitsmann abgewiesen. (Symbolfoto)

28. März 2020 - 14:02 Uhr

Kein Zugang in die Aldi-Filiale mit Buggy

Franziska will mit ihrer kleinen Tochter in ihrem Aldi-Süd-Markt einkaufen. An der Tür ein ungewohnter Anblick: Ein Sicherheitsmann steht dort, passt auf, dass nicht zu viele Menschen die Filiale betreten. Denn viele Supermärkte reagieren nicht nur kreativ auf die Corona-Krise, sie beauftragen vermehrt Sicherheitsdienste, die für Ordnung in den einzelnen Filialen sorgen sollen. Als Franziska durch die Tür will, wird sie von dem Sicherheitsmann angehalten: Kein Zugang für die Mutter mit Kinderwagen.

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Mutter postet ihren Ärger auf Facebook

Franziska ist genervt und verschafft sich auf der Facebook-Seite von Aldi Süd Luft: "Ich wurde von einem sehr unfreundlichen Türsteher mit den Worten 'Kinder nur in der Babyschale oder im Einkaufswagen und nicht im Buggy zur Sicherheit von Ihnen und den Verkäufern' abgewiesen."

Facebookeintrag Mutter Aldi Süd
Eine Mutter beschwert sich auf der Facebook-Seite von Aldi Süd, weil sie mit ihrer Tochter UND Buggy die Filiale nicht betreten durfte.
© Facebook, Aldi Süd

Aldi Süd reagiert: "Eintritt nur mit Einkaufswagen, damit Abstand zum Vordermann eingehalten wird"

Die junge Mutter hat trotz Corona kein Verständnis für die Anweisung des Sicherheitsmannes. Sie fragt sich, welchen Unterschied es mache, ob sie mit ihrer Tochter im Buggy oder im Kindersitz im Wagen in den Supermarkt gehe - und bittet Aldi Süd um eine Erklärung.

Und die erhält sie umgehend: "Wir versuchen derzeit, die beste Lösung zum Schutz der Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter zu finden. Es kann vorkommen, dass in einzelnen Filialen der Eintritt nur mit Einkaufswagen möglich ist, damit ein bestimmter Abstand zum Vordermann eingehalten wird. Deshalb wurde vermutlich darauf hingewiesen, den Einkaufswagen, auch für dein Kind zu nutzen. Dies wird bei uns regional unterschiedlich geregelt."

Aldi Süd
Aldi Süd hat auf Facebook sofort auf die Kritik der Kundin reagiert.
© Facebook, Aldi Süd

Dass die Abweisung von Franziska bei Aldi Süd kein Einzelfall ist, zeigt auch der Facebook-Eintrag von Matthias aus Karlsruhe. Er wurde mit Kind an der Tür ganz abgewiesen - angeblich aus hygienischen Gründen.

Facebookeintrag Aldi Süd
Ein Kunde aus Karlsruhe beschwert sich darüber, dass er mit seinem Kind eine Aldi-Filiale nicht betreten durfte.
© Facebook, Aldi Süd

User zeigen Verständnis für Abweisung

Die meisten User zeigen übrigens großes Verständnis für die Maßnahmen von Aldi Süd. "Ich gehe zur Zeit gerne dort einkaufen, wo Hygieneregeln streng eingehalten werden, ansonsten geht es uns bald wie in anderen europäischen Ländern, und wir dürfen gar nicht mehr vor die Tür", gibt zum Beispiel Tanja R. zu bedenken. Und Melanie M. wird etwas direkter: "Schlimm genug, dass Aldi jetzt Sicherheitspersonal beschäftigen muss, weil die Kunden sich nicht an Regeln halten können. Dein Kind im Buggy hat mit Sicherheit keine 2 m Sicherheitsabstand zu anderen Kunden. In vielen Filialen werden noch nicht mal mehr Kinder hereingelassen, weil sie das Virus übertragen aber selbst nicht krank sind."

Fest steht: Wenn es sein muss, greifen die Behörden durch. Wie zum Beispiel in Berlin, wo ein Edeka-Markt von der Polizei geschlossen werden musste, weil die Kunden nicht genügend Abstand zueinander eingehalten haben.

Gerade während der Corona-Krise sollte gegenseitige Rücksichtsnahme und Verständnis an erster Stelle stellen. Denn nur gemeinsam können wir die Krise überstehen.

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