Beim Urlaubsbetrug gepatzt

Britischer Tourist fordert Schadensersatz von Reiseveranstalter - und muss jetzt selbst 22.000 Euro zahlen

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8. Januar 2019 - 21:07 Uhr

Justin Miller machte auf krank - vergeblich

Im lang ersehnten Urlaub krank werden, und das am besten auch noch von schlechtem Essen im Hotel – ein Horror für jeden Urlauber. Diesen erlebte angeblich auch ein britischer Tourist auf den Kapverdischen Inseln und verklagte den Reiseveranstalter Tui auf Schadensersatz. Dumm nur, dass er weiter fröhlich Fotos auf Facebook aus seinem angeblichen Horror-Urlaub postete. Jetzt hat ihn Tui selbst verklagt – auf schlappe 22.000 Euro.

Tui checkte Facebook-Profil

Urlaubspost von Justin Miller
"Bestes chinesisches Essen, das ich je hatte", postete Justin Miller auf Facebook.
© Facebook/Justin Miller

Durchfall, Fieber, Magenbeschwerden – all das soll Justin Millers (40) Urlaub in einem 5-Sterne-Hotel "Riu Touareg" auf den Kapverdischen Inseln bestimmt haben. Schuld daran: mangelnde Hygiene im Hotel und schlechtes Essen. Grund genug, den Reiseveranstalter auf Schadensersatz zu verklagen.

Die Taktik des Briten hätte aufgehen können, wenn Tui nicht auf die Fotos des angeblich kranken Urlaubers aufmerksam geworden wäre. Der teilte nämlich seine tatsächlich sehr gelungene Reise mit seinen Freunden auf Facebook. Und sah da gar nicht so krank aus. Postete seine Urlaubsfotos stattdessen mit dem Kommentar "Bestes chinesisches Essen, das ich je hatte". Passte leider nicht so ganz zu seinen Anschuldigungen an den Reiseveranstalter. Dumm gelaufen, denn jetzt muss Justin Miller selbst blechen.

Betrugsmasche ist kein Einzelfall

Urlaubspost von Justin Miller
"...kleines Bier, während ich auf die anderen warte".
© Facebook/Justin Miller

Überraschenderweise ist die dreiste Masche des Briten kein Einzelfall. Mittlerweile hat sich eine regelrechte "Touristen-Mafia" entwickelt, die versucht, sich die Kosten für ihre Urlaube zurückzuholen. Hunderte britische Urlauber hat die Polizei in den vergangenen Jahren identifiziert, die es mit dieser Taktik versucht haben.

Die Reiseveranstalter sind mittlerweile wachsam. "Jetzt wehren sie sich dagegen, recherchieren auf Facebook, um Fotos zu finden, die den Betrug aufdecken. Leute, die behaupten, sie seien krank gewesen, werden jetzt bestraft", erklärt Reiseexperte Simon Calder.

So auch Justin Miller. Der muss jetzt nämlich 22.000 Euro Strafe zahlen. Der Urlaub war damit wohl etwas teurer als gedacht.