Polizei nimmt 200 Randalierer fest

Nach Wahlniederlage: Bolsonaro-Anhänger stürmen Kongress-Gebäude in Brasília

Anhänger des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro auf dem Kongress-Gelände in Brasilia.
Anhänger des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro auf dem Kongress-Gelände in Brasilia.
Twitter/davidrkadler

Zahlreiche Anhänger des rechtsradikalen brasilianischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro haben das Kongress-Gebäude in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia gestürmt. Das zeigen Videos in den sozialen Netzwerken. Auch der Präsidentenpalast und das Oberste Gericht sollen von Bolsonaro-Anhängern überrannt worden sein. Der Vorfall erinnert an den Sturm des US-Kapitols am 6. Januar 2021.

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"Erstaunlich, dass die Polizei nicht vorbereitet war" Prof. Thomas Jäger zu Brasilien
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Prof. Thomas Jäger zu Brasilien
"Erstaunlich, dass die Polizei nicht vorbereitet war"

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Nach dem Angriff auf den Kongress zogen Bolsonaro-Anhänger auch zum Obersten Gerichtshof. Sie hätten dort Scheiben eingeworfen und seien in die Lobby vorgedrungen, berichtete das Nachrichtenportal „G1“. Später zogen sie demnach auch zum Regierungssitz Palácio do Planalto.

Erst am Abend gelang es Sicherheitskräften, die Lage zu beruhigen – insgesamt wurden 200 Randalierer festgenommen. Das ZDF berichtet, dass der Sturm offenbar schon seit Tagen vorbereitet worden war. Busse hätten die Bolsonaro-Anhänger aus allen Teilen des Landes in die Hauptstadt gebracht.

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Bolsonaro war im vergangenen Oktober dem Linkspolitiker Luiz Inácio Lula da Silva in der Stichwahl unterlegen und zum Jahreswechsel aus dem Amt geschieden. Ausdrücklich erkannte er seine Niederlage nie an. Radikale Anhänger des Ex-Militärs hatten bereits nach der Wahl immer wieder gegen Lulas Sieg protestiert und die Streitkräfte des Landes zu einem Militärputsch aufgerufen.

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