„Sch*** drauf, rettet die Koalas!“

Instagram-Model verschickt Nacktbilder gegen Spenden an Australien

Kaylen Ward aus Texas belohnt Spenden für Australien mit nackten Tatsachen.
© Twitter/lilearthangelk

06. Januar 2020 - 17:50 Uhr

Bereits 700.000 Dollar gesammelt

10 Dollar für ein Nacktbild von ihr: Das ist der Deal, den Model Kaylen Ward (20) aus den USA ihren Followern anbietet. Allerdings will sie das Geld nicht für ihr eigenes Konto, sondern für die Hilfsorganisationen, die derzeit mit aller Kraft gegen die verheerenden Buschbrände in Australien kämpfen. Und ihr Plan geht auf: Rund 700.000 Dollar, umgerechnet rund 625.900 Euro, hat Kaylen mit dieser nicht jugendfreien Spendenaktion nach eigener Schätzung bereits gesammelt. Damit versetzt sie allerdings nicht nur das Netz in helle Aufregung, sondern auch ihre Familie.

User müssen Spendenbeleg schicken

Es ist ein absolutes Desaster: Australien brennt. Eine halbe Milliarde Tiere und 25 Menschen haben bereits ihr Leben verloren, Helfer kämpfen verzweifelt gegen das alles verzehrende Feuer. Kaylen Ward, ein Model aus Texas, wollte nicht tatenlos zusehen und startete einen ganz speziellen Aufruf: "Jede 10 Dollar, die du spendest = ein Nacktbild von mir in deinen Direct Messages", fordert sie ihre Follower auf Twitter und Instagram auf. Ihre Bedingung: Die User müssen ihr einen Beleg schicken, dass sie wirklich gespendet haben.

Sex sells – und rettet Koalas

Kaylens Idee zündet sofort. Nach nur einem Tag tweetet sie: "Leute. Ich bin gerade so glücklich, dass ich heule. Wir haben offiziell 5.000 Dollar gespendet, um Australien zu retten!" Und das war erst der Anfang: "Schätzungsweise 700.000 Dollar wurden als Reaktion auf meinen Tweet gespendet... Ist dieses Leben echt?" schreibt sie nur drei Tage später. Ihre Aktion spaltet das Netz: "Was du tust, ist wirklich großartig und inspirierend!", schreibt eine Twitter-Userin. Ein anderer lobt sie: "Das hat mehr Bewusstsein in wenigen Stunden geschaffen, als die Nachrichten es in der kompletten Woche geschafft haben." Und ein weiterer stellt fest: "Nicht alle Helden tragen Capes. Manche tragen gar nichts!"

Kaylen Ward
Kaylen setzt ihren Körper für das Wohl der Koalas ein.
© lilearthangelk

Cybermobbing und Familienzoff

Allerdings bekommt Kaylen nicht nur positive Reaktionen: Viele versuchen, mit gefälschten Spendenbelegen an ihre expliziten Fotos zu kommen. "Wenn du so pleite bist, dass du nicht mal 10 Dollar für einen guten Zweck spenden kannst, um buchstäblich ein brennendes Land zu retten, und stattdessen versuchst, mich für ein Gratis-Nacktbild übers Ohr zu hauen, bist du allerunterste Schublade", macht die 20-Jährige ihrem Ärger Luft.

Viele beleidigen und mobben sie außerdem online. "Ihr fragt euch alle warum sich so viele Menschen umbringen, und trotzdem macht ihr das Internet unerträglich für sie", so Kaylens Antwort. Instagram löscht ihren Account, weil ihre Aktion gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Auch ihr Freund und ihre Familie haben sich wegen ihres unkonventionellen Angebots offenbar von ihr abgewendet. Doch die Influencerin schert sich nicht darum, wie sie in einem Tweet erklärt: "Mein Instagram wurde deaktiviert, meine Familie hat mich enterbt, und der Typ, den ich mag, will nicht mehr mit mir reden – alles wegen dieses Tweets. Aber sch*** drauf, rettet die Koalas."