Der Klassiker Dortmund gegen Bayern

Dicke Luft? Brazzo und Zorc gehen unausgesprochen ins Topspiel

Am Samstagabend haben die beiden sich wohl nicht viel zu sagen.
Am Samstagabend haben die beiden sich wohl nicht viel zu sagen.
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03. Dezember 2021 - 12:52 Uhr

Die Sportchefs haben sich nach ihrem öffentlichen Streit nicht ausgesprochen

Bayern gegen Dortmund. Erster gegen Zweiter. Ganz Fußball-Deutschland schaut am Samstagabend auf das Topspiel. Die Rivalität zwischen den Vereinen gibt es aber nicht nur auf dem Fußballplatz, auch abseits des Feldes werden regelmäßig Giftpfeile geschossen. Und manche sitzen ziemlich tief. Denn BVB-Sportchef Michael Zorc hat gegenüber "Sport1" verraten, dass er und Bayerns Hasan Salihamidzic sich nach ihrem öffentlichen Streit vor knapp drei Monaten nicht ausgesprochen haben. Sorgt das für dicke Luft vor dem Topspiel?

Grund für den Streit: Brazzo kritisierte BVB-Spieler Marco Reus

Was war eigentlich passiert? Bayern-Sportvorstand Salihamidzic hatte sich Mitte September irritiert darüber gezeigt, dass BVB-Kapitän Marco Reus vorzeitig von der Nationalmannschaft abgereist war, vier Tage später aber 90 Minuten in der Bundesliga spielte. Zorc antwortete auf die Brazzo-Kritik: "Salihamidzic sollte seine Klappe halten und sich zu den Themen von Bayern München äußern. Was glaubt er eigentlich, wer er ist?"

Nach Angaben des Dortmunders Zorc gebe es zwischen ihm und seinem Münchner Kollegen aber kein Problem. "Nein, wir haben uns seitdem noch nicht gesehen", antwortete Zorc vor dem Gipfel am Samstag bei "Sport1" auf die Frage, ob die beiden sich ausgesprochen hätten.

Die gute Nachricht: Das Thema ist für Zorc längst erledigt

Zorc versicherte aber: "Wir werden uns am Samstag sehen und uns die Hand geben. Wir haben kein Problem damit, aufeinander zuzugehen und uns anständig zu begrüßen. Das Thema ist für mich erledigt. Und zwar längst."

Na, dann heißt es also wieder volle Konzentration auf den Kampf um die Meisterschaft! Dortmund ist den Bayern dicht auf den Fersen, nur ein Punkt trennen die beiden Topclubs. Es geht nicht nur um die Tabellenführung, sondern auch um ein Zeichen in Sachen Meisterschaftskampf. Kann Dortmund endlich mal die Chance nutzen?

Spielentscheidend wird auf jeden Fall Dortmunds Erling Haaland sein. Der Norweger ist rechtzeitig wieder zu 100% einsatzbereit und zeigte schon gegen Wolfsburg, dass er ein absolutes Phänomen ist. Oder wie BVB-Trainer Marco Rose es ausdrückte: "Erling ist ein Unterschiedsspieler."

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Kimmich-Ausfall tut Bayern richtig weh

Bei den Bayern hingegen werden zwei wichtige Spieler fehlen. Der Ausfall von Joshua Kimmich wegen seiner Corona-Infektion bedeutet ein enormes Topspiel-Handicap. Und auch der Einsatz von Leon Goretzka, der ebenfalls das Mittelfeld anführen kann, ist fraglich. Am Donnerstag brach er das Geheimtraining wegen Hüftproblemen ab.

Immerhin: Um die Bayern ist es ruhiger geworden, es gab keine Corona-Schlagzeilen und Ärger bei Jahreshauptversammlungen. Die Münchner Profis können sich ausnahmsweise konzentriert und ohne kraftraubenden Einsatz unter der Woche auf den BVB vorbereiten. "Das ist ein spezielles Spiel", sagte Angreifer Leroy Sané, für den das wegen seiner Schalker Vergangenheit ähnlich wie bei Manuel Neuer oder auch Goretzka noch in gesteigertem Maße gilt. Der Serienmeister will seine Position in Deutschland mit einer starken Leistung und einem Erfolg untermauern. "Wir wollen jedem zeigen, dass wir die Nummer eins sind", kündigte der in dieser Saison auftrumpfende Sané an.

Fans für BVB im Topspiel gegen FC Bayern "elementar"

Doch nicht nur die BVB-Profis werden etwas dagegen haben, auch die Fans werden alles dafür tun, um die Bayern einzuschüchtern. Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidenten-Konferenz dürfen 15.000 Fans in Stadion. Ein großer Vorteil für den BVB. "Es ist wichtig, dass wir eine gewisse Atmosphäre haben. Für uns sind diese Fans elementar wichtig, gerade in diesen speziellen Spielen", sagte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl gegenüber "Sky". (dpa/jma)