Vergleich der Stiftung Warentest

Black Friday und Cyber Monday: Kaum gute Schnäppchen für Top-Produkte

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24. Oktober 2019 - 13:44 Uhr

Viele Mogelpackungen an Rabatt-Tagen

Viele Menschen kaufen teurere Produkte und Weihnachtsgeschenke an Rabatt-Tagen wie dem Black Friday und dem Cyber Monday. Dann da hagelt es nur so vor vermeintlichen Shopping-Angeboten. Die Stiftung Warentest hat sich die Preise genauer angeschaut und festgestellt: Oft handelt es sich dabei um Mogelpackungen, die lediglich zum Kaufen an den vermeintlichen Schnäppchentagen animieren sollen.

Nur 4 von 50 Angeboten sind echt

Bei der Analyse 50 potentieller Weihnachtsgeschenke (Smartphones, Kaffeevollautomaten, Fernseher, Kopfhörer und Bluetooth-Lautsprecher) mit einem guten Testergebnis im Zeitraum vom 1. November 2018 bis zum 31. Januar 2019 zeigte sich, dass nur vier der vermeintlichen Mega-Rabatte zum Black Friday tatsächlich echt waren. Dazu gehörten unter anderem zwei Lautsprecher von Bang & Olufsen sowie ein Saeco-Kaffeevollautomat.

Bei allen anderen Produkten unterschied sich der Preis kaum von den üblichen Preisen im November. Dazu fiel der mittlere Preis für die 46 Fake-Schnäppchen im Dezember sogar unter dem im Vormonat. Beispielsweise lag der Preis für die besten kabellosen Kopfhörer von Bose SoundSport aus der Herbstausgabe 2018 rund um den Black Friday kaum niedriger als in den Wochen davor und danach. Nur die Airpods-Kopfhörer von Apple waren im Dezember um 10 Prozent teurer.

Viele Produkte sind übrigens im Januar noch günstiger zu haben, sodass sich auch das Schenken eines Gutscheins durchaus auszahlt. So sind die Preise für Fernseher und Smartphones von Anfang November 2018 bis Ende Januar 2019 um bis zu 16 und 17 Prozent gefallen. Bei Kaffeevollautomaten ließ sich allerdings keine Änderung des durchschnittlichen Preises feststellen.

Clever einkaufen, viel Geld sparen

Auch wenn die Testergebnisse mehr als ernüchternd ausfallen, müssen Schnäppchenjäger nicht verzweifeln. Mit den folgenden Spartipps vermeidet man falsche Angebote und holt dennoch das beste Schnäppchen heraus:

  • Vor der Bestellung sollte der Shop genau unter die Lupe genommen werden, denn laut der Verbraucherzentrale NRW tummeln sich besonders rund um den Black Friday viele unseriöse Anbieter im Netz.
  • Preisvergleichsportale sollten unbedingt genutzt werden um zu erkennen, ob es sich bei dem vermeintlichen Super-Angebot nicht dennoch um einen Reinfall handelt.
  • Der UVP-Preis sollte nicht zur Beurteilung des Rabattes herangezogen werden, da sich dieser auf den unverbindlichen Verkaufspreis bezieht. Warentest verweist darauf, dass Rabattversprechen von über 50 Prozent oft einer Ersparnis von weniger als 20 Prozent gleichen.
  • Countdowns oder angezeigte abnehmende Bestände sind oft nicht "echt". Man sollte sich beim Shoppen daher nicht stressen lassen.
  • Eine Einkaufsliste inklusive eines maximalen Preisrahmens hilft dabei, unnötige Käufe zu vermeiden.
  • Man sollte sich bestenfalls nicht allzu sehr auf ein bestimmtes Produkt festlegen. Wer flexibel ist und andere Designs oder gar Anbieter in Betracht zieht, erhöht die Chance auf ein gutes Schnäppchen.
  • Smartphones sollten nicht direkt nach Markteinführung gekauft werden, denn nur wenige Monate später fällt der Preis meist deutlich.