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Aufregung um Biberratten

Hund getötet: Wie gefährlich sind Nutrias wirklich?

Nutrias leben schon lange in Deutschland.
Nutrias leben schon lange in Deutschland.
© deutsche presse agentur

02. März 2021 - 11:32 Uhr

Vorurteile gegenüber Biberratten

Die Schlagzeilen, dass Nutrias in Deutschland gesichtet werden, häufen sich. Dabei fühlen sich die Tiere schon viele Jahrzehnte an deutschen Gewässern wohl. Jetzt hat aber eine dieser Biberratten einen Hund angegriffen und getötet – das verunsichert insbesondere Hundehalter. Ist die Sorge berechtigt oder sind Nutrias gar nicht so gefährlich? Wir klären auf.

Was sind Nutrias?

Nutrias, oder auch Biberratten, kommen eigentlich aus Südamerika. Besonders wohl fühlen sie sich an Flüssen, Seen, Teichen und Sümpfen. Da leben sie meist in Kolonien. In Deutschland sind sie schon seit den 1920er Jahren. Zuerst wurden sie in Pelztierfarmen gehalten, wo immer mal wieder Tiere ausbüxten. Wie viele Nutrias es heute in Deutschland gibt, ist nicht genau erfasst. Sie sind aber längst fest etabliert in unserem Tierreich und das laut Naturschutzbund NABU nahezu flächendeckend.

Hunde stehen nicht auf der Speisekarte

Bei der Geschichte aus Lippstadt handelt es sich wohl um einen Einzelfall: "Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände" sagt der Leiter der Jäger-Organisation in Lippstadt, Markus Jehn. Das Tier habe sich vermutlich bedroht gefühlt. Hunde stehen nicht auf der Speisekarte von Nutrias. Denn sie ernähren sich überwiegend vegetarisch, fressen Blätter, Stängel und Wurzeln von Wasserpflanzen. Wenn sie dann doch mal Lust auf Fleisch haben, bedienen sie sich an Schnecken oder Würmern – aber eben nicht an Hunden.

Trotzdem gibt es in Bundesländern Pläne zum Umgang mit den Tieren. Denn beispielsweise zum Schutz gefährdeter Wasserpflanzen dürfen Nutrias geschossen werden. "Am Unteren Niederrhein tragen Nutrias stark zum Rückgang einiger streng geschützten Pflanzen bei", schreibt der Zoo Dortmund bei Facebook.

Keine Raubtiere, aber Vorsicht ist geboten

Nutrias können ausgewachsen zehn bis zwölf Kilogramm schwer werden, ihre Zähne sind kräftig. Zwar sind die Biberratten keine Raubtiere, aber wie jedes andere Tier auch versuchen sie sich zu verteidigen, wenn sie sich bedroht fühlen. Deswegen sollte man ihnen nicht absichtlich zu nah kommen.

Nutrias mögen milde Winter

Ursprünglich war das Klima in Mitteleuropa nicht sehr optimal für Nutrias. Wegen vieler milder Winter können sich die Tiere aber weiter gut vermehren. Außerdem leben sie monogam und können sich zu jeder Jahreszeit fortpflanzen. Möglich sind drei Würfe mit bis zu acht Jungtieren pro Jahr.

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