Neue Sprachregeln für Beamte

"Schwarzfahrer" und "Ausländer" sind ab sofort tabu

Ein Schild mit der Aufschrift "Respekt! Kein Platz für Rassismus" hängt an einem Eingang.
© deutsche presse agentur

26. September 2020 - 13:53 Uhr

Leitfaden gegen Diskriminierung

Personen, die im öffentlichen Nahverkehr ohne gültigen Fahrschein erwischt werden, solle man nicht mehr "Schwarzfahrer" nennen. Zumindest gilt das für Beamte und Angestellte des Landes Berlin. Auch die Bezeichnung "Ausländer" für Menschen mit Migrationshintergrund ist in der Hauptstadt verpönt.

„Menschen mit internationaler Geschichte“

Berliner Landesbedienstete sollten künftig auf ihren Sprachgebrauch achten, denn einige Bezeichnungen sind nach dem Leitfaden für "Mitarbeitende der Berliner Verwaltung zum diversitysensiblen Sprachgebrauch" tabu. So sollen die Beamten und Angestellten des Landes auf Begriffe wie "Asylbewerber" verzichten. Stattdessen sollten sie lieber "Asylsuchende" oder "Schutzberechtigte" sagen. Ebenso ist der Begriff "Ausländer" verpönt, die Autoren empfehlen hier die Bezeichnung "Einwohnende ohne deutsche Staatsbürgerschaft" oder "Menschen mit internationaler Geschichte". Problematisch sei auch die Zuschreibung "Schwarzfahrer", weil diese gegenüber Schwarzen Menschen diskriminierend sei. Besser sei "Fahren ohne gültigen Fahrschein", wie der "Berliner Kurier" berichtet.

Das 44 Seiten lange Schriftstück des rot-rot-grünen Senats ist Teil eines Diversity-Landesprogramms, das die Mitarbeiter des Landes für das Kommunizieren "mit den Menschen in dieser Stadt" ertüchtigen soll. Der Leitfaden greife gängige Begriffe auf, die Menschen diskriminieren können und gibt passende Alternativen.