Gefahr bei der Gartenarbeit

Wegen Blumenerde: Frau atmet gefährliche Bakterien ein und stirbt!

Können Legionellen auch bei uns gefährlich werden?
Gefährliche Bakterien in Blumenerde: Davor warnen jetzt australische Ärzte!
imago stock&people, imago/Westend61

von Laura Schuster

Gefährliche Bakterien in Blumenerde: Davor warnen jetzt australische Ärzte. Beim Gärtnern, besonders beim hantieren mit Blumenerde, können sogenannte Legionellen eingeatmet werden, die in Australien sogar zum Tod einer Frau geführt haben sollen. Wie kann man sich davor schützen, und ist das auch bei uns in Deutschland ein Problem?

Tödliche Bakterien in Blumenerde

In Australien ist eine Frau beim Gärtnern tragisch ums Leben gekommen. Die 60-Jährige soll bei der Gartenarbeit in Kontakt mit den gefährlichen Legionellen-Bakterien gekommen und daraufhin schwer krank geworden sein, berichtet die „Daily Mail“. Die Folge: Eine Lungenentzündung! Die Frau wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht, wo sie nur kurze Zeit später verstarb.

Warnung an Australier: Mundschutz beim Gärtnern!

Das australische Gesundheitssystem sprach nach dem Todesfall eine Warnung aus: Vorsicht beim Gärtnern und unbedingt Handschuhe und Mund- und Nasenbedeckung tragen! Besonders in Bodenprodukten wie Blumenerde oder anderen Pflanzenmischung sollen sich die Bakterien gut und schnell vermehren können.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können die Bakterien besonders für ältere Personen, Raucher oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden. Die sogenannte Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung und kann sich in folgenden Symptomen äußern:

  • Kopfschmerzen
  • Schweres Krankheitsgefühl
  • Hohes Fieber
  • Husten
  • Schüttelfrost

Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann eine Lungenentzündung häufig schwer verlaufen, wenn nicht sogar fatal, wie bei dem Fall in Australien. Die Symptome können bis zu 10 Tage nach dem Kontakt mit Legionellen auftreten.

Lese-Tipp: Warum sind Legionellen so gefährlich?

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Wie gefährlich sind Legionellen in Deutschland?

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In Deutschland besteht momentan keine Gefahr der „Legionella-Longbeachae“ (Symbolbild)
fg fpt wst, dpa, Federico Gambarini

„Erdlegionellen in Deutschland sind erst mal kein Problem!“, gibt Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht für Deutschland Entwarnung. Denn es gibt zwei unterschiedliche Infektionsformen, die durch die Bakterien ausgelöst werden können:

Die sogenannte „Legionella-Pneumophila“, die hier bei uns in Deutschland etwas bekannter ist. Die Bakterien rufen ausschließlich eine Krankheit hervor, wenn sie inhaliert, also eingeatmet werden, zum Beispiel kann da der Wassernebel in der Dusche der Übeltäter sein. Hier gibt Dr. pecht den Tipp: „Lieber die Dusche erst mit heißem Wasser durchspülen lassen, dabei rausgehen und die Legionellen aus dem Wasserdampf absetzen lassen, bevor die Bakterien durch den Nebel eingeatmet werden.“

Lese-Tipp: Legionellen in der Dusche: Mann stirbt!

Die zweite Variante ist die „Legionella-Longbeachae“, die unter anderem die Bakterien auch über die Erde überträgt! Hier können die Legionellen nicht nur eingeatmet werden, sondern auch direkt von der Hand in den Mund gelangen und eine Erkrankung auslösen. „Diese Form der Bakterien gibt es in Australien, und es wurden bereits einzelne Fälle auch in England, Frankreich und Österreich beobachtet“, so Dr. Specht.

So können Sie sich schützen!

Die gute Nachricht: In Deutschland soll bisher kein Fall bekannt sein. Trotzdem: komplett unwahrscheinlich ist es nicht, dass der Infektionsweg der „Legionella-Longbeachae“ auch bei uns auftauchen könnte. Um sich vor den Bakterien zu schützen, rät auch Dr. Specht dazu, durchgehend Handschuhe bei der Gartenarbeit zu tragen.

Abgesehen davon zählt nur eins: Hygiene! Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, bevor Sie beispielsweise Nahrung zu sich nehmen. Ansonsten kann nur ein gut gestärktes Immunsystem vor einer Erkrankung ausreichend schützen!

Lese-Tipp: Legionellen-Gefahr – darauf müssen Sie achten!