Lizarazu tackelt Moderator

Die überraschendste Grätsche des Jahres

Bixente Lizarazu ist ein Spaßvogel.
Bixente Lizarazu ist ein Spaßvogel.
© deutsche presse agentur

10. Mai 2021 - 20:05 Uhr

Achja, der Lizarazu kann's immer noch ...

Was für eine spektakuläre Grätsche, aber was für eine völlig ungewohnte Umgebung. Bei einem Fotoshooting setzt der ehemalige Bayern-Profi Bixente Lizarazu zu einem perfekten Tackling gegen seinen Moderationskollegen Grégoire Margotton an.

Legendär auch dank Matthäus

Bixente Lizarazu hätte Grégoire Margotton auch einfach eine knallen können. So wie es der kleine Baske einst im August 1999 mit Lothar Matthäus im Training des FC Bayern getan hatte. Nun, damals war der Linksverteidiger vom Rekordnationalspieler provoziert worden. Es ging um einen Pass. Es ging darum, ob er schlecht gespielt worden war (von Lizarazu) oder ob schlecht verwertet worden war (von Matthäus). Am Ende einer etwas längeren und lauten Auseinandersetzung stand eben die mittlerweile legendäre Watschen.

Viele Jahre später erklärte er einmal, was ihn damals tatsächlich so im Training geärgert hat. "Ich hatte genug davon, wie Lothar mit den Kollegen umging. Er war damals der große Star und sehr arrogant. Mich hat das genervt und irgendwann war das Fass übergelaufen." Es hat seiner immensen Wertschätzung beim Rekordmeister nicht geschadet. Das Gegenteil war der Fall. Lizarazu wurde in München zur Club-Legende.

Diesen Status hatte sich aber nicht nur wegen des knallenden Konflikts mit dem Weltmeister erarbeitet. Den Status hatte er sich mit seiner spektakulären Spielweise verdient. Dynamisch, aggressiv, trickreich– und auch überraschend fair. In 273 Pflichtspielen für den FC Bayern flog er lediglich einmal mit Gelb-Rot vom Platz, obwohl er reichlich oft die Grätsche ansetzte, um Ball und Gegenspieler sauber voneinander zu trennen. Egal wann. Egal wo.

Ein kultiges und launiges Moderatoren-Duo

Auch ein Set fürs Fotoshooting 15 Jahre nach dem Ende der Karriere ist für den 51-Jährigen kein Grund, sich im Duell zurückzuhalten. Als Grégoire Margotton etwas zu steif, etwas zu arrogant seinen Fuß auf den Ball setzte, grätschte Lizarazu im feinen Zwirn mit beeindruckender Präzision dazwischen. Nach getaner Arbeit trat er lässig ab. So wie früher. Er traf ganz viel vom runden Leder und nichts vom Fuß des TV-Journalisten. Auch wie früher (nur das er da gegen Spieler grätschte). Der Moderator war zunächst mächtig erschrocken, reagierte dann aber mit einem lauten Lachen auf die überraschende, aber lustige Attacke. War ja auch nichts passiert. Mit Margotton bildet Lizarazu übrigens seit vielen Jahren ein kultiges Moderatoren-Duo im französischen Fernsehen. Bei der EM im Sommer kommentieren die Beiden die Spiele der Équipe Tricolore. Also unter anderem auch das gegen die deutsche Nationalmannschaft am 15. Juni.

Für Lizarazu geht es zurück nach München. Wieder mal. Denn nach einem Blitz-Intermezzo bei Olympique Marseille kehrte er nach nicht einmal sechs Monaten, am 5. Januar 2005, zum Rekordmeister heim. Seinen Stammplatz erhielt er zurück, seine frühere Trikotnummer nicht. Die Nummer hatten die Bayern an Lucio vergeben. Egal, wie Lizarazu damals erklärte: "Jetzt habe ich die 69, weil ich 1969 geboren bin, 1,69 Meter groß bin und 69 Kilo schwer. Okay, ich war mal 69 Kilo schwer. Um ehrlich zu sein: Das ist schon ein paar Jährchen her."

Auch weil er sich selbst nicht immer so ernst nahm, war Lizarazu so extrem beliebt bei den Fans. Ein anderer Spruch, der indes auch reichlich Wahrheit enthielt: "Ich war wahrscheinlich die beste Investition, die Bayern je getätigt hat. Uli Hoeneß hat ein super Geschäft gemacht", erklärte erst einst gegenüber der "tz". Lizarazu war im Sommer 1997 für die damals so üppige Summe von 4,5 Millionen Euro von Athletic Bilbao nach München gewechselt. Übrigens auf der offiziellen Bayern-Seite steht Lizarazu bei den Clublegenden direkt neben Matthäus.

TNO

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