Materialmangel treibt die Preise hoch

Bauen wird in Deutschland deutlich teurer

Bauherren müssen noch mehr Geld bezahlen.
Bauherren müssen noch mehr Geld bezahlen.
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07. Januar 2022 - 11:19 Uhr

Wer bauen will, muss tiefer in die Tasche greifen. Denn auf Deutschlands Baustellen herrscht weiter großer Materialmangel – und das treibt die Preise hoch. Die Baufirmen wollen die gestiegenen Kosten an die Bauherren weitergeben.

Fast jede dritte Baufirma klagt über Lieferprobleme

Die Lage beim Hausbau hat sich nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts zwar etwas gebessert. So klagten im Hochbau im Dezember 31,3 Prozent der Baufirmen über Lieferprobleme. Das waren etwas weniger als im November (34,5 Prozent), aber im langfristigen Vergleich immer noch sehr viele. Im Tiefbau ist die Lage etwas besser: 23,1 Prozent der Unternehmen berichteten über Nachschubmangel, nach 28,7 Prozent im November.

"Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt. Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch", sagte Ifo-Fachreferent Felix Leiss.

Folge des Materialmangels werden laut Ifo voraussichtlich weiter steigende Baupreise sein. Demnach haben die Baustoffhersteller ihre Preise erhöht. Viele Baufirmen planen demnach, die gestiegenen Kosten an die Bauherren weiterzugeben.

Das spiegelt sich ich im Baupreisindex für Wohngebäude wieder. So war das Bauen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen November 12,3 Prozent höher gewesen als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt IT.NRW am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Als einen Grund nannten die Statistiker höhere Materialpreise. Zudem spielte eine Rolle, dass im November 2021 der normale Mehrwertsteuersatz galt, während die Steuer ein Jahr zuvor reduziert gewesen war. Rechnet man den Mehrwertsteuer-Effekt heraus, verteuerten sich die Baupreise aber immer noch um satte 9,5 Prozent. Besonders bei Zimmer- und Holzarbeiten gingen die Preise steil nach oben, und zwar um 29,4 Prozent. Fassadenarbeiten wurden 16,9 Prozent teurer. (dpa/aze)