28. März 2019 - 18:31 Uhr

Mutter war völlig ahnungslos

Alifa Sultana aus Bangladesch war gerade Mutter eines Sohnes geworden, erholte sich von der Geburt. Dann geschah das Unglaubliche: Ihre Fruchtblase platzte - zum zweiten Mal. Im Krankenhaus bekam sie Zwillinge, die unbemerkt in einer zweiten Gebärmutter herangewachsen waren.

Zwillinge kamen per Notkaiserschnitt zur Welt

Alifas Sohn war zu früh zur Welt gekommen, ansonsten schien alles normal zu sein. Doch nur 26 Tage nach der Geburt eilte sie wegen starker Bauchschmerzen gemeinsam mit ihrem Mann Sumon erneut ins Krankenhaus – um per Notkaiserschnitt Zwillinge zur Welt zu bringen, von denen sie bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts gewusst hatte.

Zu arm für Ultraschall

Dr. Sheila Poddar, die den Eingriff durchführte, konnte es kaum glauben: "Als die Patientin ankam, führten wir einen Ultraschall durch und entdeckten die Zwillinge, erklärt sie dem Sender BBC. "Wir waren sehr schockiert und überrascht. Ich habe so etwas noch nie vorher gesehen."

Tatsächlich hatten weder Alifa noch die Ärzte die anderen zwei Babys während der gesamten Zeit ihrer Schwangerschaft mit ihrem Sohn bemerkt – geschweige denn ihre zweite Gebärmutter. Denn weil das Ehepaar nicht genug Geld dafür hatte, wurde vorher offenbar zu keinem Zeitpunkt ein Ultraschall durchgeführt.

Im Video: Gleichzeitig künstlich befruchtet und natürlich schwanger

Alle drei Babys gesund

Die 20-jährige Alifa und ihre drei Kinder sind wohlauf und inzwischen wieder zu Hause. Laut BBC ist die überraschte Mutter besorgt, sie mit ihren wenigen Mitteln über die Runden zu bringen. Doch ihr Mann Sumon, der nur umgerechnet 95 Euro im Monat verdient, ist optimistisch: "Es ist ein Wunder, dass all meine Kinder gesund sind. Ich werde mein Bestes tun, damit sie glücklich werden."

Doppelte Gebärmutter – wie geht das?

Das Phänomen Uterus didelphys ist sehr selten und entsteht bereits im Mutterleib: Normalerweise entwickelt ein weiblicher Fötus zwei Kanäle, die sich zu einer Gebärmutter verbinden. Bei den betroffenen Frauen fehlt diese Verbindung, weshalb sie zwei Gebärmütter, zwei Gebärmütterhälse und manchmal sogar zwei Scheideneingänge haben.

Oft bleibt diese Besonderheit bis nach der Pubertät unbemerkt – und manchmal sogar bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Frau selbst Kinder bekommt. Das ist generell möglich – allerdings haben Frauen mit Uterus didelphys oft ein höheres Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt. So auch Nicci Triefenbach aus den USA, die sich nach drei Fehlgeburten für eine Entfernung beider Gebärmütter entschloss.