Die besten Tipps zum Wohlfühlen an heißen Tagen

Babys vor der Hitze schützen: Das müssen Sie wissen

Baby mit gelbem Kleid und Sonnenhut sitzt im Sommer im Garten
Im Schatten kann auch Baby den Sommer genießen.
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Sommer mit einem Baby oder Kleinkind – das bedeutet Spaziergänge im Freien, Krabbeln ohne Windel und Wasserspaß. Doch der Sonnenschein hat auch seine Schattenseiten: Viele Eltern machen sich Sorgen und fragen sich, wie sie ihr Baby am besten vor den Strahlen und der Hitze schützen. Wie soll ich das Kind anziehen und wie viel muss es trinken? Was muss ich beim Planschen beachten und wie kann mein Baby bei Hitze gut schlafen? Zu diesen und weiteren Fragen haben wir einige wichtige Tipps für Sie zusammengestellt – damit der erste Sommer auch für Ihr Baby ein voller Erfolg wird.

Mit dem Baby im Schatten bleiben

Auch wenn die Sonne noch so schön scheint: Bleiben Sie mit Ihrem Baby im Schatten. Im ersten Lebensjahr sollte ein Kind keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sein, denn die empfindliche Babyhaut verträgt die UV-Strahlung gar nicht. Das heißt nicht, dass Sie mit Ihrem Baby nicht an die frische Luft sollen, aber achten Sie darauf, die direkte Sonne zu vermeiden.

Auch wenn der UV-Eigenschutz der Kinderhaut mit der Zeit zunimmt, dauert es einige Jahre, bis er vollständig entwickelt ist. Deshalb sollten auch Kinder im Vorschulalter die pralle Sonne noch meiden.

Keine Sonnencreme für Neugeborene

Mutter cremt Sohn am Strand mit Sonnenmilch ein
Sonnencreme wird erst für Kinder ab einem Jahr empfohlen.
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Dass Babys zarte Haut noch keinen eigenen UV-Schutz hat, bedeutet leider nicht, dass dies durch Sonnenmilch ausgeglichen werden kann. Im Gegenteil: Verzichten Sie in den ersten Monaten komplett auf Sonnenmilch. Die Haut von Neugeborenen ist um ein Vielfaches dünner als die von Erwachsenen. Die enthaltenen Stoffe können in die empfindliche Haut eindringen und zu Irritationen führen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt den Einsatz von Sonnenschutzmitteln erst ab dem ersten Geburtstag. Dann können Sie zu einer speziellen Kindersonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ greifen. Hier bekommen Sie einen Überblick, welche Kindersonnencremes im Öko-Test gut abgeschnitten haben – und welche durchgefallen sind.

Trotzdem gilt: Die pralle Sonne zu meiden, ist immer noch der beste Sonnenschutz.

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Bei Hitze mit Neugeborenen zu Hause bleiben

Neugeborene können ihre Temperatur noch nicht selbst regulieren. Auch wenn es schwer fällt, sollten Sie deshalb mit Ihrem Neugeborenen erst einmal zu Hause bleiben, wenn es draußen heiß ist. Ab der zweiten Woche können Sie mit kleinen Spaziergängen beginnen. Gehen Sie jedoch möglichst am frühen Vormittag oder am Abend, wenn es nicht ganz so heiß ist.

Kinderwagen statt Tragetuch

Selbst wenn Ihr Baby sich an Ihrer Brust am wohlsten fühlt, transportieren Sie es bei großer Hitze besser im beschatteten Kinderwagen als im Tragetuch. Denn unter einem dicken Tuch wird es Ihrem Baby schnell zu warm. Insbesondere, weil zu der Hitze des Tuchs noch Ihre eigene Körperwärme kommt.

Doch Vorsicht: Decken Sie den Kinderwagen nicht mit einem Tuch ab, um Ihrem Baby Schatten zu spenden. Durch die Abdeckung staut sich die Hitze, was zur großen Gefahr werden kann. Welche Sonnenschutz-Alternativen für den Kinderwagen stattdessen geeignet sind, erfahren Sie hier.

Wenn es trotzdem eine Tragehilfe sein soll, bevorzugen Sie eine luftige gegenüber einem dicken Tragetuch.

Ein Hut tut Baby gut

Lachendes Baby im Sommer mit Windel und Sonnenhut
Ein Sonnenhut ist für den empfindlichen Babykopf ein Muss.
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Klingt paradox bei der Hitze, aber eine Kopfbedeckung ist ein absolutes Must-have für Baby- und Kinderköpfe. Die empfindliche Kopfhaut wird so ideal vor Sonne und Hitze geschützt. Je breiter die Krempe, umso besser. Manche Modelle haben sogar einen extra-breiten Nackenschutz.

Kleidung bei Hitze: Babys nicht zu warm anziehen

Bei der Sommerkleidung für Babys folgen Sie am besten dem "Zwiebelprinzip": Zuerst einen ärmellosen Body anziehen (wenn es sehr heiß ist, reicht auch ein Höschen über der Windel), anschließend ein leichtes T-Shirt mit Baumwollhöschen oder ein dünner Strampler für obendrüber.

Wenn es nicht möglich ist, dass Ihr Kind nur im Schatten bleibt, muss allerdings längere Kleidung zum Schutz vor der Sonne und UV-Strahlung her. Sie sollte luftig und weit geschnitten sein, aber den Körper möglichst vollständig bedecken. Besonders zu empfehlen sind Textilien mit speziellem UV-Schutz.

Generell gilt: Ziehen Sie Ihr Baby nicht wärmer an als sich selbst. Ob Ihr Baby zu warm oder zu kalt angezogen ist, können Sie leicht erfühlen: Streicheln Sie seinen Nacken. Die Haut Ihres Babys sollte hier warm, aber nicht schwitzig sein.

Achten Sie außerdem auf das Material der Babykleidung. Synthetik lässt schnell schwitzen, deswegen unbedingt Naturmaterial wie Baumwolle oder Leinen bevorzugen.

Babys lieben frische Luft am Körper

Wenn Sie die Möglichkeit haben, ziehen Sie bei Ihrem Kind einfach mal blank. Zum Beispiel im schattigen (!) Garten. Nichts lieben Babys mehr und nichts schenkt ihnen ein besseres Körpergefühl, als ohne Windel die Luft auf ihrer Haut zu spüren. Die frische Luft beugt zudem Entzündungen am Po vor und lässt Reizungen abheilen.

Planschen erst für größere Kinder

Auch wenn es noch so heiß ist: Säuglingen tut es nicht gut, wenn sie in kaltem (See-)Wasser baden - sie kühlen blitzschnell aus. Erst ab dem zweiten Lebensjahr kann die Haut die Wärme regulieren. Bei älteren Kindern stets darauf achten, sie niemals unbeaufsichtigt planschen zu lassen.

Tipp: Möchten Sie Ihrem Baby etwas Gutes tun, dann waschen Sie es ab und zu mit einem lauwarmen, nassen Waschlappen ab.

Wie viel müssen Babys und Kleinkinder bei Hitze trinken?

Mutter stillt ihr Baby im Sommer
Bei Hitze können Sie Ihr Baby einfach häufiger stillen.
www.imago-images.de, IMAGO/Westend61, IMAGO/Oscar Carrascosa Martinez

Egal wie heiß es draußen ist: Vollgestillte Babys brauchen keine extra Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee. Babys bekommen über die Muttermilch genug Flüssigkeit. Und wenn Sie Ihrem Baby zwischendurch Wasser anbieten, kann es sein, dass es bei der nächsten Mahlzeit nicht genug trinkt. Stillen Sie stattdessen an heißen Tagen lieber häufiger. Und vergessen Sie nicht, selbst viel zu trinken!

Wenn Ihr Baby schon Beikost bekommt, sollten Sie immer eine Flasche mit Wasser bei sich haben. Denn bei großer Hitze steigt auch der Flüssigkeitsbedarf Ihres Kindes. Grundsätzlich sollten Kinder ab dem ersten Lebensjahr bei großer Hitze bis zu einem halben Liter zusätzlich trinken. Geeignete Durstlöscher sind ungesüßter Tee, Wasser oder verdünnte Fruchtsäfte. Zuckerreiche Limonaden dagegen produzieren noch mehr Durst.

Vorsicht vor Ozon: Babys schon bei geringeren Werten gefährdet als Erwachsene

Grundsätzlich gilt: Wenn die Ozonwerte über 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft steigen, sollten Sie mit Neugeborenen und kleinen Babys besser daheim bleiben. Denn die hohen Ozonwerte können die Atemwege Ihres Babys reizen. Vermeiden Sie deshalb am besten die Mittagshitze zwischen 14 und 17 Uhr, denn da sind die Werte am höchsten. Informationen zu den aktuellen Ozonwerten bekommen Sie beim Umweltbundesamt.

Lese-Tipp: Hier erfahren Sie mehr darüber, was Ozon überhaupt ist, warum es gefährlich ist und weshalb die Ozonwerte an sonnigen Tagen ansteigen.

Lebensgefahr im Auto

Babys (und natürlich auch ältere Kinder) dürfen niemals im Auto bleiben. Nicht einmal ein paar Minuten! Die Sommerhitze kann sich innerhalb weniger Minuten im Wagen stauen und Babys und Kleinkinder können diese massive Wärme nicht ausgleichen. Diese Grafik zeigt, wie schnell sich Autos tatsächlich aufheizen und richtig gefährlich werden.

Neugeborene sollten Sie bei extremer Hitze am besten gar nicht im Auto befördern: Zugluft und Klimaanlage vertragen die Winzlinge nicht - und ungekühlt ist es einfach zu warm, wenn das Thermometer über 30 Grad liegt.

Schlaf gut, Baby!

In heißen Sommernächten fällt das Schlafen oft schwer. Achten Sie deshalb darauf, es Ihrem Baby so luftig wie möglich zu machen. Im Sommer genügt Ihrem Baby ein Body zum Schlafen. Oder Sie legen es nur mit einer Windel bekleidet in einen leichten Baumwollschlafsack.

Mit offenen Fenstern sollten Sie aber vorsichtig sein. Die Zugluft verträgt Ihr Baby leider gar nicht. Aus diesem Grund sind auch Ventilatoren absolut tabu. Wenn es abends im Babyschlafzimmer immer noch sehr heiß ist, sorgen Sie lieber mit feuchten Handtüchern auf einem Wäscheständer für ein bisschen Abkühlung.