Leiche des Neugeborenen im Dezember 2021 an Wertstoffhof abgelegt

Babyleiche in Halle (Saale): Geständige Mutter (38) muss nicht in U-Haft

Totes Baby in Halle gefunden
Das Baby wurde tot an einem Wertstoffhof in Halle entdeckt (Symbolbild).
R3829 Christian Ohde, Christian Ohde / CHROMORANGE

Am Dienstag meldete die Staatsanwaltschaft Halle einen Durchbruch im Fall des 2021 gefundenen toten Babys. Ein Jahr nach dem Fund der Leiche bei einem Wertstoffhof konnte die Mutter ermittelt werden. Sie wurde festgenommen, aber bereits einen Tag später auf freien Fuß gesetzt. Grund: Die 38-Jährige gestand, ihre neugeborene Tochter „schutzlos abgelegt“ zu haben. Weil keine Fluchtgefahr bestehe, dufte sie gehen.

Ergebnisse aus DNA-Analyse passten zu Mutter des toten Neugeborenen

ARCHIV - 28.12.2021, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Eine Polizistin durchsucht zusammen mit Kollegen ein Gebüsch. Am Zaun der Halleschen Stadtwirtschaft wurde am Abend zuvor eine Babyleiche gefunden. Die Kriminalpolizei sicherte vor Ort umfangreiche
Archivfoto vom 28. Dezember 2021: Polizisten durchsuchen die Umgebung des Fundortes einer Babyleiche
fdt, dpa, Heiko Rebsch

Die Staatsanwaltschaft teilte mit: „Der zuständige Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Halle erließ einen Untersuchungs-Haftbefehl, der gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.“ Worin diese Auflagen bestehen, wurde nicht mitgeteilt. Bis zu einem Prozess bleibt die Frau also frei.

Lange Zeit hatten die Ermittler im Dunkeln getappt. Der entscheidende Hinweis kam laut Staatsanwaltschaft aus der Bevölkerung. Demnach hatte ein Zeuge der Polizei von der raschen Gewichts- und Wesensveränderung der Beschuldigten berichtet. Zu der Frau passten außerdem weitere Ergebnisse einer DNA-Analyse zum Alter und zur Haar- und Augenfarbe. Zudem sei das Telefon der Beschuldigten zum Zeitpunkt der Tat am Tatort eingeloggt gewesen.

Babyleiche in Halle (Saale): Kaufhausmitarbeiterin half bei Phantombild-Erstellung

Weitere Erkenntnisse wurden aus einem T-Shirt am Tatort gezogen, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Dieses sei in einem Sozialkaufhaus in Halle gekauft worden. Eine Mitarbeiterin des Sozialkaufhauses fertigte mit der Polizei ein Phantombild an, das ebenso zu der Beschuldigten passte. Das seien die vier wesentlichen Ermittlungsergebnisse, die zu der Frau geführt hätten, sagte der Sprecher. (dpa/bst/uvo)