Oralsex und Geschlechtsverkehr mit einer 14-Jährigen?

Zeugin erhebt schwere Vorwürfe gegen Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein

In dieser Skizze aus dem Gerichtssaal nimmt Ghislaine Maxwells Verteidigerin Laura Menninger, links, eine Zeugin ins Kreuzverhör, die das Pseudonym "Jane" benutzt,
In dieser Skizze aus dem Gerichtssaal nimmt Ghislaine Maxwells Verteidigerin Laura Menninger, links, eine Zeugin ins Kreuzverhör, die das Pseudonym "Jane" benutzt,
© dpa, Elizabeth Williams, JJ sei

01. Dezember 2021 - 11:04 Uhr

Erste Zeugin sagt im Prozess aus

Am Montag startete vor dem New Yorker Gericht der Sexring-Prozess gegen Ghislaine Maxwell (59). Die Geschäftsfrau steht im Verdacht, dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) jahrelang bei seinen Machenschaften unter die Arme gegriffen zu haben. Maxwell hatte bislang alle Vorwürfe von sich gewiesen. Nun sagte die erste Zeugin im Prozess aus und belastet Maxwell mit ihren Aussagen schwer.

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Zeugin soll von Epstein sexuell missbraucht worden sein

Die Frau mit dem Namen "Jane" erzählte vor dem New Yorker Gericht am Dienstag nach übereinstimmenden Medienberichten, dass sie zu Beginn der mutmaßlichen Verbrechen erst 14 Jahre alt gewesen sei. Zuerst sei sie von Maxwell und Epstein 1994 in einem Ferienlager angesprochen worden, danach habe der Multimillionär sie zu sich eingeladen und sie über Jahre missbraucht.

Es sei zu "Küssen, Oralsex miteinander, Oralsex mit Jeffrey (und) vollem Geschlechtsverkehr" gekommen, sagte die Zeugin nach Angaben der "New York Times". Maxwell sei bei einigen Handlungen anwesend gewesen. Zudem sei sie mit dem Mädchen unter anderem Unterwäsche kaufen gegangen oder habe sie anderweitig eingeladen. Über ihre Gefühle nach ihrem ersten Missbrauch durch Epstein sagte sie: "Ich hatte Angst und fühlte mich eklig und schämte mich."

Verteidigung unterstellt der Zeugin ein Schauspiel

Die Zeugin Jane arbeitet mittlerweile als Schauspielerin. Die Verteidigung von Maxwell hält das für einen relevanten Aspekt, schließlich sei die Frau es gewohnt, Rollen zu spielen. Auch betonte Anwältin Bobbi Sternheim, dass die Zeugin erst dann einen Anwalt einschaltete, als eine mögliche finanzielle Entschädigung aus einem Fonds möglich erschien.

Der Prozess gegen Maxwell war am Montag gestartet und wird schätzungsweise sechs Wochen dauern, die Staatsanwaltschaft stützt sich auf vier Hauptzeuginnen. Die zu verhandelnden Fälle reichen von 1994 bis 2004, die mutmaßlichen Verbrechen sollen in Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und London begangen worden sein. Der mit vielen Prominenten bekannte Multimillionär war vor über zwei Jahren in einer New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden worden, eine Obduktion kam zu dem Schluss, dass es sich um Selbstmord handelte.

(kmü/dpa)