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Anklage gegen sechs Männer in Frankfurt

Nach Schüssen auf Kioskbesitzer

Anklage gegen sechs Männer in Frankfurt

Spurensicherung am Tatort
Die Spurensicherung am Tatort nach der Schießerei im Januar.
Fritz Demel, RTL

Es soll versuchter Totschalg gewesen sein

Die Täter waren teils vermummt und schossen mehrfach: Nach einem Überfall auf einen Kiosk in Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Männer erhoben. Sie wirft ihnen versuchten Totschlag, Verstöße gegen das Waffengesetz und besonders schweren Landfriedensbruch vor. Das teilte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. Grund für die Attacke seien den Ermittlungen zufolge Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen gewesen.

Gezielte Schüsse aus einem Revolver

Die Beschuldigten sollen in der Nacht zum 29. Januar dieses Jahres mit etwa 30 weiteren Personen in einer Kolonne aus acht Autos in die Frankfurter Allerheiligenstraße gefahren sein, um dort einen von einer deutsch-türkischen Großfamilie betriebenen Kiosk zu überfallen. Dazu hatten die mutmaßlichen Täter Schusswaffen und Schlagwerkzeuge mitgebracht.

Laut Staatsanwaltschaft stürmten die Angreifer auf den Kiosk zu, an dem sich zum Tatzeitpunkt acht Personen aufhielten. Ein 23 Jahre alter Kosovare aus Erlensee soll mindestens sechs gezielte Schüsse aus einem Revolver abgegeben haben. Einem 30-Jährigen aus Rodgau mit deutscher Staatsangehörigkeit wird vorgeworfen, mit einer Pistole mindestens fünf Mal in Richtung der Kioskbesitzer geschossen zu haben. Vier weitere Beschuldigte - drei deutsche Staatsangehörige und ein Deutsch-Kasache - aus Schwalbach, Frankfurt, Mainhausen und Wiesbaden sollen die mutmaßlichen Schützen unterstützt haben.

Die Personen vor dem Kiosk blieben unverletzt, weil sie die bewaffneten Angreifer kommen sahen und in das Innere des Kiosks flüchteten. Die sechs Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Zwölf weitere Verdächtige sind noch auf freiem Fuß. Gegen sie wird laut Staatsanwaltschaft weiter ermittelt. (dpa)