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André & Shari Dietz über ihre Tochter mit Angelman-Syndrom: Mari wird "nie mit einem Typen nach Hause kommen“

Traurige Erkenntnis um Behinderung

André & Shari Dietz: Tochter Mari wird "nie mit einem Typen nach Hause kommen“

Shari und André Dietz: Tochter Mari hat seltenen Geneffekt.
Shari und André Dietz: Tochter Mari hat seltenen Geneffekt.
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Am 23. Mai ist bei uns die zweiten Themenwoche #InklusionVerstehen an den Start gegangen. Bis zum 29. Mai wird es auf den Social-Media-Kanälen von RTL, RTL+ und VOX schwerpunktmäßig um das Thema „Leben mit Behinderung“ gehen. Am 24. Mai haben Ex-AWZ-Schauspieler André Dietz und seine Frau Shari im Livestream auf dem Instagram-Account von Punkt 12 über das Leben mit ihrer Tochter Mari gesprochen, die einen seltenen Gendefekt hat.

Nach der Diagnose sind André und Shari Dietz in ein „tiefes Loch gefallen“

André und Shari Dietz erzählen im Rahmen der Themenwoche #InklusionVerstehen, wie sie mit der Trauer über den Gendefekt ihrer Tochter Mari umgegangen sind.
André und Shari Dietz erzählen im Rahmen der Themenwoche #InklusionVerstehen, wie sie mit der Trauer über den Gendefekt ihrer Tochter Mari umgegangen sind.
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Mari kam mit dem Angelman-Syndrom zur Welt. „Ein ganz seltener Gendefekt, durch den sie leider nicht sprechen kann und schwer geistig behindert ist", erklärte ihre Mama Shari Dietz 2019 im Interview mit RTL. Mari sei auf dem Entwicklungsstand einer Einjährigen, wie André im Livestream erklärt.

Als Mari eindreiviertel Jahr alt war, wurde bei ihr das Angelman-Syndrom diagnostiziert. „Das war kurz erleichternd. Man hatte eine Diagnose“, erinnert sich André. Aber plötzlich seien er und Shari in ein „tiefes Loch gefallen“: „Denn alles, was du dir in deinem Leben vorgestellt hast, wird komplett anders laufen.“

Mari wird "nie mit einem Typen nach Hause kommen"

Besonders Shari Dietz habe an der Diagnose zu knabbern gehabt, gibt sie zu: „Ich dachte, die Welt sei rosig und ich bekomme einfach Kinder und es läuft so – nein, es läuft nicht so, da können auch Sachen passieren.“ Ehemann André ergänzt: „Eigentlich benutzt man in der Situation das Wort ‘Trauer’ nicht. Aber wir haben einen Weg gefunden, Dinge zu betrauern, die eben nie passieren werden.“

Für Shari sei das zum Beispiel die Tatsache gewesen, dass Mari „nie mit einem Typen nach Hause kommen“ werde. „Diese kleinen Sachen, die wahrscheinlich - wahrscheinlich, wohlgemerkt! - nie passieren werden bei Mari, die haben wir alle mal kurz betrauert. Sind die alle mal im Kopf durchgegangen“, erklärt André. „Wir haben sie auch alle mal laut ausgesprochen“, so Shari, „alle Szenarien wie ‘Oh, Gott, hat sie dann mit 18 noch eine Windel?’ oder ‘Was ist, wenn sie ihre Tage bekommt?’“ All das im Kopf durchzuspielen, habe André und Shari geholfen, einen positiven Weg zu finden, mit Maris Erkrankung umzugehen.

Mag vielleicht sein, dass Mari ihren Eltern niemals einen Freund vorstellen wird. Dafür würden sie mit Mari halt „ganz andere Sachen“ erleben, so André und Shari. (csp)