Revival wegen Whatsapp-Ärger

Uh-oh! Der ICQ-Messenger ist wieder da

Der Chat-Veteran ICQ erlebt gerade als Whatsapp-Alternative einen regelrechten Boom

27. Januar 2021 - 11:04 Uhr

Alte neue Alternative zu Whatsapp?

"Uh-oh!" – na, haben Sie den charakteristischen Begrüßungs-Sound auch direkt wieder im Ohr? Dann gehören Sie zu den Millionen Fans, die das Chatprogramm ICQ in den Nullerjahren hatte. Lange fristete es nach dem Durchbruch von Facebook, Whatsapp und Co. ein Schattendasein. Doch gerade letztere App steht aktuell wegen geplanter Datenschutz-Änderungen in der Kritik. Viele suchen deshalb jetzt nach Messenger-Alternativen – und verhelfen dem Chat-Veteran ICQ zu einem neuen Boom.

Downloads steigen rasant an

ICQ New Logo
So sieht ICQ inzwischen aus.
© Mail.ru Group/Screenshot RTL

Die große Zeit von ICQ (von englisch "I seek you" – "Ich suche dich") spielte sich in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends ab. Damals waren Smartphones noch Zukunftsmusik, gesurft wurde in allererster Linie zu Hause am klobigen Computer. Für viele ist das kreischende Geräusch eines sich einwählenden Modems untrennbar verbunden mit dem hellen Sound einer neuen ICQ-Nachricht – über 100 Millionen Menschen nutzten den Messengerdienst zu dieser Zeit.

Im Laufe der 2010er-Jahre wurde das Programm mit der grünen Blume dann weitestgehend verdrängt: 2013 hatte es nur noch rund 11 Millionen Nutzer. Seit einem Relaunch im Frühjahr 2020 gibt es ICQ New, eine App der russischen "Mail.ru Group" – doch erst jetzt scheint diese richtig Fahrt aufzunehmen. In Hongkong etwa stieg die Zahl der Downloads in der Woche vor dem 12. Januar 2021 um das 35-fache an, wie das Verbraucherportal "chip.de" einen Bericht des "Wall Street Journals" zitiert. Auch in anderen Ländern konnte ICQ demnach die Zahl seiner User um ein Vielfaches steigern.

Was kann ICQ?

ICQ New im Dark Mode
ICQ kann - wie auch Whatsapp - in den Dark Mode umgeschaltet werden.
© Mail.ru Group/Screenshot RTL

ICQ kann laut den Betreibern mit einer Vielzahl von Funktionen aufwarten, die Whatsapp-User vergeblich suchen:

  • Sprachnachrichten können vom Empfänger in Text umgewandelt und somit gelesen statt abgehört werden.
  • Sogenannte "Smart Replies" schlagen dem Nutzer Wörter oder Emojis vor, die er in seiner Nachricht möglicherweise als nächstes gebrauchen kann – ähnlich wie die Worterkennung der Smartphone-Tastatur.
  • Bilder und Videos können ohne Qualitätsverlust durch Komprimierung verschickt werden.
  • Große Gruppen mit bis zu 25.000 Mitgliedern sind möglich – inklusive Funktionen wie Zugangsbeschränkungen und Umfragen.

Welche Whatsapp-Alternativen es noch gibt und worauf Sie bei Messenger-Diensten immer achten sollten, erklären wir hier!