Alleinerziehende Mütter: Mit diesen Vorurteilen kämpfen Single-Mütter

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14. September 2016 - 10:33 Uhr

Jede fünfte Alleinerziehende hat keinen Job

In Deutschland ist jede fünfte Mutter alleinerziehend - und hat als Frau, die ihre Kinder ohne Mann großzieht, mit einer Menge Vorurteilen zu kämpfen. Reporterin Alexandra Wahl wollte wissen, wie es sich als alleinerziehende Mutter lebt und hat sich undercover bei Ämtern, Vermietern und Arbeitgebern als Alleinerziehend ausgegeben.

Alleinerziehende Mütter: Mit diesen Vorurteilen kämpfen Single-Mütter
Alleinerziehende Mütter haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.
© dpa, Julian Stratenschulte

Ohne Job, ohne Mann und dringend auf Wohnungssuche. Als alleinerziehende Mutter ist das sicher nicht einfach, aber es muss doch möglich sein? Der Test der Reporterin zeigt: Sobald Vermieter erfahren, dass es sich bei der Bewerberin um eine alleinerziehende Arbeitslose handelt, wiegeln sie ab.

Jasmin Braun ist dreißig Jahre alt und alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Jeder Tag ist lang und anstrengend, Zeit für sich selbst bleibt der jungen Frau kaum. Der Alltag mit ihren Kindern ist straff durchgeplant - vom morgendlichen Wecken über die Schule bis hin zum Mittagessen, das pünktlich auf dem Tisch stehen muss. "Eigentlich bin ich zufrieden - ich wollte ja die Kinder. Aber ich bin genervt, weil ich keinen Job bekomme" erzählt die arbeitslose Mutter. Als Alleinerziehende stößt sie auf viele Vorurteile. Potentielle Arbeitgeber fürchten, sie würde bei der Arbeit häufig fehlen, wenn eines der Kinder krank wird. "Das nervt mich total, weil die gar nicht wissen, wie viel organisierter manche Mütter sind."

Single-Mütter stoßen oft auf Ablehnung

Als ihr Mann vor anderthalb Jahren aus der gemeinsamen Wohnung auszog, wollte Jasmin den Mietvertrag auf ihren Namen umschreiben lassen. Die Hausverwaltung stellte sich quer - Alleinerziehende waren nicht erwünscht. Dabei hatte Jasmin noch Glück: In der Firma eines Bekannten konnte sie sich regelmäßig etwas dazuverdienen und die Kinder auch mal mitbringen. Das Geld ist knapp, aber sie kommt über die Runden.

Doch was ist mit den Müttern, die ausschließlich auf staatliche Hilfe angewiesen sind? Werden sie von der Gesellschaft tatsächlich einfach aussortiert? Reporterin Alexandra Wahl ist erschüttert, wie wenig freundliche Worte man als alleinerziehende Mutter von Vermietern und Arbeitgebern hört.