Kein Mediziner wollte ihr glauben

40-Jährige erlebt Albtraum nach Brustvergrößerung: Implantat geplatzt!

6. November 2019 - 17:59 Uhr

Ihr großer Wunsch wird zum Desaster

Jennifer Kloth lässt sich nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2013 pro Brust 400 Gramm Silikonkissen implantieren. Was folgt, ist eine Tortur mit zahlreichen Beschwerden – Wassereinlagerungen, Migräne, Darmprobleme, Sehstörungen, Gelenkschmerzen. Dann kommt ihr eine schockierender Verdacht: Hängen die Probleme mit meinen Implantaten zusammen? Sind sie geplatzt? Ihre Leidensgeschichte und wie die Implantate tatsächlich aussehen, sehen Sie im Video.

Ein langer Leidensweg

Neben all den anderen Beschwerden wird bei Jennifer Kloth eine Colitis Ulcerosa festgestellt, eine entzündliche Darmerkrankung. Diese wird anschließend behandelt und einige der Beschwerden können so auch geklärt und behoben werden, andere werden mit der Zeit aber immer schlimmer. 2018 wendet sie sich deshalb an ihre Frauenärztin und klagt über Schmerzen in beiden Brüsten. Die Diagnose:  Ein Implantat muss geplatzt und ausgelaufen sein. Ein Schock für Jennifer Kloth und eine extrem belastende Situation.

Geplatzte Implantate? Das geht doch gar nicht – oder doch?

Implantate können gar nicht platzen und auslaufen, das hört Jennifer Kloth immer wieder. Das bestätigt auch der plastische Chirurg Dr. Michael König aus Köln: "Wenn ein Kissen an einer ganz bestimmten Stelle eine Pore bekommt, die instabil ist und es kommt von innen Druck darauf, dann würde sich im Prinzip der Riss fortsetzen, das Gel würde hervorquellen, aber es würde auch - weil es eine Gummibärchenkonsistenz hat, so übersetzen wir das im Deutschen - auch wieder zurück ziehen, das heißt, es würde nicht wie ein Ballon, der platzt, auslaufen."

OP bringt Klarheit

Jennifer Kloth lässt sich im Januar dennoch operieren und das, was dabei zum Vorschein kommt, schockiert die 40-Jährige zutiefst: Ihr Implantat hat sich im Körper zersetzt – nichts erinnert mehr an ein gängiges Silikonkissen. Was zum Platzen geführt hat, ist noch immer unklar. Fest steht: Die Implantate der Marke Allergan – die auch bei Jennifer Kloth eingesetzt wurden - haben heute in Europa jedenfalls keine Zulassung mehr.

Die Opfer wehren sich

Mit mehr als 100 anderen Frauen hat Jennifer Kloth sich nun zusammengetan, um auf das Thema aufmerksam zu machen und den Hersteller zu verklagen. Denn bislang mussten alle Geschädigten die Kosten für die Entfernung der Implantate selbst tragen. Sie und die anderen Geschädigten hoffen nun auf Schmerzensgeld aber vor allem: Auf Gerechtigkeit für das Leid, das ihnen zugefügt wurde.